Kritik | The Unforgiving von „Within Temptation“

Küstler:
Within Temptation
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Unforgiving
Release:
11. März 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Endlich neues Material könnte auch das Motto des neuen Albums “Unforgiving“ der Symphonic-Metal-Band Within Temptation lauten. Nach ihrem letzten Album “The Heart Of Everything“ von 2007 produzierten sie noch zwei Live-Alben. Bei “Black Symphony“ von 2008 spielten sie alle ihre großen Hits gemeinsam mit einem Orchester von 60 Musikern. Dazu brillierte zur Stimmunterstützung ein aus 20 Sängern bestehender Chor. 2009 folgte mit “An Acoustic Night At The Theatre“ die Live-Version einer leisen und doch typischen Theater-Tour, bei der Within Temptation alle Songs unplugged spielten.

Nun folgt mit “Unforgiving“ ein Album, dass problemlos als Konzeptalbum bezeichnet werden kann. Die Songs erzählen wie einzelne Kapitel eine ganz eigene Geschichte.

So beginnt das Album gleich mit einem melodramatischen Einstieg. Das kurze Intro “Why Not Me“ baut durch die Streicher eine dramaturgisch hochgeladene Spannung auf. Die Stimme aus dem Hintergrund vermittelt ein Gefühl, als ob sich der Zuhörer mitten durch einen einsamen Wald bewegt und aus der Dunkelheit spricht jemand zu ihm. In dieser Einsamkeit und mit dem Gefühl der Hilflosigkeit geht es nahtlos weiter bei “Shot In The Dark“. Der bombastische Sound lässt auch schon den stilistischen Wandel der Band erkennen. Die eingängigen Melodien haben einen etwas poplastigeren Sound als die Vorgänger bekommen. Dennoch ist der Wiedererkennungswert von Within Temptation durch das harte Gitarren-Solo im Mittelteil und die fantastische Stimme von Sängerin Sharon den Adel nicht verloren gegangen. Die Geschichte wird härter und der Sound von Metal zementiert sich bei “In The Middle OF The Night“. Dieses gehetzte Gefühl vermittelt dann auch die erste Singleauskopplung “Faster“. Laut und krachend schlägt der Song ein und wird vor allem bei den Live-Konzerten für große Stimmung sorgen.

“Fire And Ice“ bringt dann die nach diesem Anfang dringend benötigte kurze Verschnaufpause. Dabei geht die sehnsuchtsvolle und einsame Stimmung keineswegs verloren, auch wenn hier das Tempo deutlich abnimmt. Direkt danach geht der wilde Ritt weiter mit dem absoluten Highlight des Albums. “Iron“ ist ein Kracher und sollte ebenso wie “Shot In The Dark“ auf der Liste der möglichen Singleaiskopplungen stehen. Ein gewaltiges Spektakel, dass den Fans auf der Live-Tour im Herbst richtig einheizen wird.

Etwas seltsam wird der Stilwandel mit “Where Is The Edge“. Der Sound wird leicht verzerrt und bekommt einen Einschlag von Elektro-Pop, was nicht ganz zum Rest des Albums passt. Dafür gibt’s von mir auch den einzigen Punktabzug, denn bei einem Konzeptalbum sollte der Stil auch durchgängig beibehalten werden.

Aber keine Sorge. Gleich mit “Sinéad“ sind Within Temptation wieder voll in der Spur. Das ruhige, oft schon benutzte Streicher-Intro lässt den Titel ruhig beginnen, um dann immer schneller und kraftvoller zu werden. Auf einem solchen Album darf natürlich auch die Powerballade nicht fehlen, bei der Sharon ihr ganzes Stimmrepertoire auspacken kann. Diese Ballade ist “Lost“. Das Gefühlsdurcheinander wird von “Murder“ sehr gut interpretiert.

Zum Abschluss dürfen natürlich auch die für Within Temptation typischen Engel und Dämonen nicht fehlen. “A Demon’s Fate“ ist ein weiteres Highlight mit Hitpotential und wirkt wie ein Hilferuf nach Engeln der Erlösung. Um dem Himmel dann näher zu kommen, besteigt die Band den “Stairway To The Skies“.

Der neue Sound ist etwas mehr Mainstream, aber im Kern bleibt Within Temptation seinem Stil treu. Die Live-Tour, bei der sie endlich auch wieder in Deutschland spielen, nachdem sie uns das Live-Erlebnis “Black Symphony“ vorenthalten haben, wird sicher ein ganz großes Spektakel werden. Ich freu mich drauf.

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