Kritik | Battle Hymns 2011 von „Manowar“

Küstler:
Manowar
Redaktions-Wertung:
Titel:
Battle Hymns 2011
Release:
3. Dezember 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Wer als Fan von Manowar hofft, ein neues Album vorgesetzt zu bekommen, wird sich verwundert die Augen reiben: Was die Truppe hier veröffentlicht, ist mitnichten kein Tonträger mit neuen Songs, sondern eine Neueinspielung des allerersten Albums der Band, das vor fast 30 Jahren entstand.

Laut eigener Aussage der Band wollte man den Klassikern ein moderneres und zeitgemäßes Gewand verpassen. Ob das den Geschmack der Fans treffen wird, darf bezweifelt werden. Natürlich fällt beim Hören des Albums auf, dass sich in fast drei Jahrzehnten Bandgeschichte viel getan hat: das musikalische Talent ist gewachsen, was man den Arrangements der neuen/alten Stücke auch anmerkt. Die Stücke wurden insgesamt recht originalgetreu eingespielt, allerdings ist der Sound deutlich druckvoller geworden, was natürlich mit den deutlich besseren Produktionsmöglichkeiten zusammenhängt.

Klassiker wie „Manowar“ oder natürlich der Titelsong bleiben auch nach einer Auffrischung die gleichen Kultsongs, die von den Fans verehrt werden, doch die Atmosphäre der Originalaufnahme geht durch die opulentere neue Produktion natürlich verloren. Im Falle von „Shell Shock“ hat man dadurch sogar Material, das auch gut ins Stadion passen würde. Ansonsten fallen die Veränderungen eher gering aus, eine sehr wichtige Änderung wurde gar durch den Tod einer berühmten Persönlichkeit notwendig. Da Orson Wells, der 1982 in „Dark Avenger“ die gesprochenen Passagen übernahm und auch heute noch vor jedem Manowar-Konzert die einleitenden Worte spricht, 1985 verstarb, musste eine neue Stimme hier, die in dem nicht minder charismatischen Christopher Lee gefunden wurde.

Als Bonus wurden dem Album zwei Live-Songs zugefügt; die Aufnahmen von „Death Tone“ und „Fast Taker“ störmen in äußerst bescheidener Qualität aus den Boxen. Insgesamt werden sich die Fans sicherlich trefflich streiten, ob diese Neuauflage tatsächlich ein Muss ist oder nicht. Die treuen Fans der Gruppe kennen die angebotenen Songs und werden wohl kaum der Meinung sein, dass diese Neuaufnahmen besser sind als die Originale. An der Qualität der Songs hat sich selbstredend wenig geändert; „Battle Hymns“ ist eines der berühmtesten Metal-Alben aller Zeiten, und durch die Neuaufnahme wurde ihm eine Frischzellenkur verpasst, die insgesamt dennoch nicht notwendig gewesen wäre.

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