Kritik | When You Grow Up von „Priscilla Ahn“

Küstler:
Priscilla Ahn
Redaktions-Wertung:
Titel:
Wehn You Grow Up
Release:
21. Oktober 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Folk ist ein Genre, das in den letzten Monaten beachtlich an Bedeutung gewonnen hat und aus dem dennoch unerschöpflich viel Talent zu strömen scheint. Ob Lissie, The Pierces oder Jonathan Jeremiah, sie alle haben eines gemeinsam: Sie schreiben Musik, die auch ohne große Studiotechnik funktioniert, mit einer simplen Gitarre sogar am besten klingt.

Eine junge Dame, die das ebenfalls beweist, ist Priscilla Ahn. Die Sängerin und Songwriterin hat bereits ein Album auf den Markt gebracht, „A Good Day“ (2008), legt jetzt aber mit „When You Grow Up“ nach. Und damit zeigt sie mal wieder, wie wunderbar Folk doch sein kann. Es sind vornehmlich die leisen Töne, die ihre Musik ausmachen.

Die 28-Jährige hat ihr Album allerdings nicht ohne Grund mit dem Titel „When You Grow Up“ bedacht. Das Erwachsenwerden ist schließlich etwas, was wir alle erleben. Ob vom Mädchen zur Frau oder vom Jungen zum Mann. In gewisser Weise ist all das aber auch ironisch gemeint, denn das „Wachsen“ bedeutet auch Veränderung und Weiterentwicklung. Man lernt aus Fehlern, findet neue Freunde und verliert sie wieder, sieht neue Orte und entwickelt bestimmte Verhaltensmuster. All das besingt Priscilla in Songs wie „One Day I Will Do“, „I Don’t Have Time To Be In Love“ oder „I Will Get Over You“, wobei bereits die Tracklist an sich zeigt, welche Hin- und Hergerissenheit das Erwachsenwerden bedeutet.

Musikalisch bewegt sich Priscilla Ahn zwischen Rumer und The Bird and the Bee (verständlich, da Inara George an der Entstehung des Albums beteiligt war) . Sie erhebt nur selten ihre Stimme, die meiste Zeit scheint sie zu flüstern bzw. einem leise ins Ohr zu singen. Angesichts der ungemein intim wirkenden Songs durchaus nachvollziehbar. Sie selbst hat mit ihren 28 Jahren einen Punkt erreicht, an dem sie von einer gewissen Selbstzufriedenheit erfüllt ist. Vorab musste sie aber zahlreiche Kämpfe mit sich selbst ausfechten, wie wir es wohl alle müssen. Nun ist sie verheiratet, war mit renommierten Künstlern wie Amos Lee oder Willie Nelson auf Tournee und sagt über die Titel auf ihrem zweiten Album: „Diese Songs entstanden in einem Lebensabschnitt, in dem ich mich wiederentdeckte, oder besser gesagt zum ersten Mal bestimmte Seiten an mir entdeckte.“

Geschrieben hat sie die Stücke auf „When You Grow Up“ aber erstmals nicht gänzlich allein. Sie hat sich Unterstützung von Musikern wie Sia Furler, Eleni Mandell oder Charlie Wahdams geholt. Der einzige Song, an dem sie als Autorin überhaupt nicht beteiligt war, ist „Vibe So Hot“. Der stammt aus der Feder von Benji Hughes. Was auffällt: Es waren größtenteils Künstler aus ihrem Umfeld, mit denen Priscilla gearbeitet hat. Sie hätte sicher auch auf erfahrenere Songwriter setzen können, aber dann wäre das Album vielleicht nicht das geworden, was es jetzt ist! Der November-Blues kann kommen!

P.S. Bis November ist Priscilla Ahn im Vorprogramm von Milow in Deutschland unterwegs!

Oct 22 2011 – Beethovensaal – Stuttgart
Oct 23 2011 – Jahrhunderthalle – Frankfurt
Oct 25 2011 – Stechert Arena – Bamberg
Oct 27 2011 – Mitsubishi Electric Hall – Dusseldorf (small 15-minute set)
Oct 29 2011- Cch 1 Hall – Hamburg
Oct 31 2011 – Columbiahalle – Berlin
Nov 04 2011 – Haus Auensee – Leipzig
Nov 05 2011 – Pier 2 – Bremen
Nov 06 2011 – Deutsches Haus – Flensburg

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