Kritik | Pures Gold von „Norman Langen“

Küstler:
Norman Langen
Redaktions-Wertung:
Titel:
Pures Gold
Release:
15. Juli 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Man fühlt sich wie am Ballermann oder in einer Dorfdisko, wenn man die neue CD von Norman Langen hört. Der 26- Jährige ist einer von denen, die es dieses Jahr bei Dieter Bohlens Show „Deutschland sucht den Superstar“ versucht haben. Den Thron mit dem ersten Platz konnte er nicht besteigen, aber einen Plattenvertrag hat er trotzdem in der Tasche. „Pures Gold“, wie das Album heißt, bietet 12 Titel und drei Remixe mit flottem Vierviertel-Takt und einfachen Texten zum Mitsingen.

Norman, der im echten Leben Altenpfleger für Demenz-Kranke ist, singt von Schlössern und Himmelsbetten und dem Wunsch diese zu teilen. Sehnsucht, Träume und an oberster Stelle natürlich die Liebe. Das sind die Themen der Texte und man bekommt schnell das Gefühl, die Lieder nicht voneinander unterscheiden zu können. Sie klingen alle ziemlich ähnlich. Man wird zudem ständig von dem Gedanken verfolgt, das Lied schon einmal gehört zu haben, oder jedenfalls etwas gleich klingendes von jemand anderem. Das einzige was die 12 Titel unterscheidet ist der Anfang jeden Liedes und die Texte. Wobei diese auch nicht viel Abwechslung bieten.

„Hör meinen Herzschlag“ fängt etwas viel versprechender an, klingt fast wie ein Song aus Madonnas Album „Confessions on a Dance Floor“. Doch was anders anfängt als die übrigen Songs bleibt nicht anders. Das Disko-Fox-Trip-Trap hält an, von Lied eins bis Lied 15, welches sogar ein extra „Discofox Hit-Mix“ ist. Bei Lied Zehn wird man wieder hellhörig. Denn bei dem Titel „Ganz oder gar nicht“ trügt das Gefühl mal nicht man kenne den Song schon. Man kennt ihn tatsächlich, und zwar von niemand geringerem als Schlagerkönig Wolfgang Petry höchstpersönlich. Man grölt wieder etwas lauter mit, feiert, trinkt viel und registriert irgendwann nebenbei, dass das Album sein Ende erreicht hat.

Man kann sich eigentlich nur vorstellen, dass die CD von echten Fans oder Familienmitgliedern gekauft wird und wie sich zur Karnevalszeit Jung und Alt zu den Partyschlagern klatschend und mitgrölend in den Armen liegen. Auch an Mallorcas Strand morgens um halb vier könnten die Beats betrunkene Teenies zum Feiern bringen, aber echte Musikliebhaber wird diese CD nicht vom Hocker reißen.

Es ist abzuwarten ob diese Scheibe Norman Langen zu purem Gold bringt, aber einen Versuch ist es ja wert!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a