Kritik | Ocean’s Kingdom von „Paul McCartney“

Küstler:
Paul McCartney
Redaktions-Wertung:
Titel:
Ocean's Kingdom
Release:
30. September 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Paul McCartney kann es einfach nicht lassen. Der Ex-Beatle lebt nicht nur, nein, er atmet Musik und präsentiert regelmäßig neue Arbeiten. Nun wagt er sich erstmals auf unbekanntes Terrain und unternimmt einen Ausflug in die Welt des Tanzes. „Ocean’s Kingdom“ ist im Auftrag des New York City Ballet entstanden und wurde vom London Classical Orchestra eingespielt.

Entstanden ist das ungewöhnliche Werk in Zusammenarbeit mit Dirigent John Wilson, Produzent John Fraser und Peter Martins, dem Leiter des New York City Ballet. Und es verfolgt ein ganz klares Ziel: Es soll die Weltpremiere eines neuen Balletts für die Saison 2011/2012 der Company präsentieren. Für Paul McCartney Neuland, denn er hat bislang noch nie eine eigene Orchesterpartitur geschrieben, geschweige denn Musik für eine Tanzproduktion.

Dennoch hat sich der Brite wieder auf sein Gefühl und Gespür für die Musik verlassen, und sich von seinem Herzen leiten lassen. Er hat sich dem Projekt vorsichtig genähert und bewusst auf detaillierte technische Kenntnisse verzichtet. Dafür hat er vorab Vorstellungen des Royal Ballet besucht, um sich inspirieren zu lassen und mit Tänzern gesprochen. Bis ihm bewusst geworden ist, dasss er eine Geschichte erzählen muss, ein zentrales Thema braucht. Es wurde schließlich die „Reinheit des Ozeans“ und schon nach zwei Monaten stand der erste Entwurf. Paul kreierte eine Welt mit eigenen Charakteren und somit eine Story, die das Publikum fordert und bewegt. Gemeinsam mit Peter Martins arbeitete er anschließend mehrere Wochen an seinen Ideen, bis Martins die Choreographie schließlich mit den Tänzern des NYCB umsetzte.

„Ocean’s Kingdom“ ist letztlich ein einstündiges Balett geworden, das in vier wirklich großartigen Sätzen – „Ocean’s Kingdom“, „Hall of Dance“, „Imprisonment“ und „Moonrise“ – eine Liebesgeschichte erzählt, die sich wiederum innerhalb der Geschichte einer Unterwasserwelt abspielt. Es ist ein ausdrucksstarkes Werk geworden, mit dem Paul nicht nur ein neues Kapitel in seiner Karriere aufschlägt, sondern zugleich seine anspruchsvollste und emotional komplexeste Arbeit vorstellt. Er selbst sagt dazu: “Besonders interessant war es, statt eines Songs Musik zu schreiben, die für sich selbst genommen schon etwas ausdrückt. Für mich war es eine Herausforderung und sehr aufregend etwas zu schreiben, das eine Emotion transportiert – also Angst, Liebe, Wut, Trauer – und damit zu spielen.”

Auch wenn es Pauls erste Arbeit für eine Tanzproduktion war, ist er in der Welt der Klassik schon zu Hause. In seinem Backkatalog finden sich bereits vier Klassikalben. Das aktuellste davon, ein Chor- und Orchesterwerk in vier Sätzen mit dem Titel Ecce Cor Meum (Behold My Heart), erschien 2006 und wurde mit dem Classical BRIT Award ausgezeichnet.

Die Premiere des Balletts Ocean’s Kingdom fand bereits am 22. September 2011 bei der Herbst-Gala des NYCB statt, das Album selbst wurde am 30. September veröffentlicht – auf CD, Vinyl und digital.

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