Kritik | Night of Hunters von „Tori Amos“

Küstler:
Tori Amos
Redaktions-Wertung:
Titel:
Night of Hunters
Release:
16. September 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Hörenswert, anspruchsvoll, nachhaltig. Mit diesen Worten könnte man das neueste Werk von Tori Amos beschreiben. Allerdings nur annähernd, denn was die 48-Jährige auf „Night of Hunters“ zum Besten gibt, sind 14 Eigenkompositionen, die von klassischen Kompositionen inspiriert wurden und erneut die Einzigartigkeit der Amerikanerin unterstreichen. Es ist ein Song-Zyklus, mit dem sich für die international gefeierte Singer-Songwriterin ein Kreis schließt. Und zwar beim Traditionslabel Deutsche Grammophon.

Es ist Tori Amos‘ inzwischen zwölfter Longplayer. Ein Album, das 14 Geschichten enthält, die von Liebe handeln, aber auch von Verzweiflung und Depressionen. „Die Protagonistin ist eine Frau, die sich in der glimmenden Asche einer Liebesbeziehung wiederfindet. Im Verlauf einer einzigen Nacht macht sie sozusagen eine Initiation durch, die dazu führt, dass sie sich selbst neu erfindet. Der Hörer kann ihr auf ihrer Reise folgen und dabei komplexe musikalische und emotionale Themen erkunden. Eines der Hauptthemen dieses Albums sind Jäger und Gejagter – und wie beide in jedem von uns existieren“, so Tori Amos. Dabei waren es Komponisten wie Franz Schubert, Erik Satie, Frederic Chopin oder Enrique Granados, die ihre Fantasie angeregt und sie inspiriert haben.

Zu hören ist sie allerdings nicht allein. Bei einigen Titeln wird sie von ihrer Tochter Natashya Hawley begleitet, die für ihre (damals) zehn Jahre eine beeindruckende Intonation aufweist. Sie schlüpft in die Rolle der Göttin Anabelle und ist gemeinsam mit ihrer Mutter nicht nur im Booklet, sondern auch im Video zur ersten Single „Nautical Twilight“ zu sehen. Amos‘ Nichte Kelsey Dobyns hat ebenfalls einen Gastauftritt auf „Night of Hunters“ und reiht sich damit in einen Reigen von ausgewählten Virtuosen ein. Dazu zählen auch Laura Lucas (Flöte), Nigel Shore (Solo-Oboist), Peter Whelan (Solo-Fagottist) oder Andreas Ottensamer (Solo-Klarinettist bei den Berliner Philharmonikern).

Unterstrichen wird die musikalische Reise, wie man sie fast schon nennen kann, von ansprechenden Fotos im Booklet. Die Bilder des Kunst- und Modefotografen Victor de Mello verstärken die Wirkung des akustischen Albums und die lyrische Poesie der Texte. Wirken mystisch und zeitlos. Sowohl inhaltlich als auch musikalisch stellt „Night of Hunters“ somit eine geschlossene Einheit dar. Den einzigen Vorwurf, den man dem Album wohl machen kann, ist, dass es etwas leichter und weniger düster hätte sein können.

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