Kritik | Mediterraneo von „Miloš Karadaglić“

Küstler:
Miloš Karadaglić
Redaktions-Wertung:
Titel:
Mediterraneo
Release:
15. Juli 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Eine Reise ans Mittelmeer

Man hat das Gefühl, der Wind streift einem durchs Haar und man steht auf einer Klippe am Strand in Spanien. Miloš Karadaglić ist ein 28-jähriger Gitarrist aus Montenegro, der bereits im Alter von acht Jahren mit dem Zupfen der Gitarrenseiten begann. Auf seinem Debutalbum, das bei Deutsche Grammophon erschienen ist, kann man sich von dem Naturtalent überzeugen, welches durch außergewöhnliche Weise den Studienplatz an der Royal Academy of Music in London bekam.

Das erste Lied „Asturias“ von Isaac Albéniz ist schon ein kleines musikalisches Gedicht. Es lässt viel Versprechendes im Hinblick auf die folgenden Lieder erahnen. Gefährlich drohend schwellen die Gitarrenklänge abwechselnd an und werden wieder sanfter und langsamer. Alles verschmilzt zu einer Komposition, bei der man in eine andere Welt abtaucht. Die Lieder sind meist langsame Melodie zum genießen. Als ob man abends mit einem Glas Rotwein auf der Veranda einer Finka in Valencia sitzt und auf die dunkelrote Sonne über dem Mittelmeer schaut. Das Lied „Koyunbaba“ besitzt ein türkisches Volksliedthema und erinnert dadurch an die Welt eines kleinen Basars voller Gewürze und frischen Früchten.

Viele der Stücke wurden ursprünglich für das Klavier geschrieben, aber auf der Gitarre klingen sie auch wunderbar. Man ist fasziniert wie jemand so filigran seine Finger über die Gitarrenseiten gleiten lassen kann und zupfend eine Melodie erzeugt, die einen fast schon in Trance versetzt.

„Die Musik auf diesem Album ist ein Spiegel meiner Persönlichkeit: Sie erzählt dem Zuhörer, wer ich bin“, so der junge Gitarist. Die Klangfarben der 17 Lieder sollen ein Ausdruck von Miloš Wunsch sein, die Vielfalt der musikalischen Klangwelt zu vermitteln, in die er hineingeboren wurde. Die meisten der Stücke entstammen der Feder von Fracisco Tárrega oder Isaac Albéniz, beides spanische Komponisten. Aber auch griechiche und französische Komponisten-Einflüsse sind in der Musik zu finden.

Hebt euch diese Klänge auch für den Winter auf, denn das Hören dieser CD kommt einem Kurztrip an die Küste Spaniens gleich. Ein Ohren- und Augenschmaus!

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