Kritik | Live At Montreux 2011 [DVD] von „Deep Purple with Orchestra“

Küstler:
Deep Purple
Redaktions-Wertung:
Titel:
Live At Montreux 2011 [DVD]
Release:
04. November 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Rock und orchestrale Begleitung gehen seit jeher Hand in Hand. Metallica, Procol Harum oder Yngwie Malmsteen haben das bereits eindrucksvoll bewiesen, aber auch viele weitere Acts haben im Laufe ihrer Karriere schon auf klassische Untermalung gesetzt. Klar, dass sich da auch die alten Herren von Deep Purple nicht lange bitten lassen. Wer, wie wir, das Glück hatte, Ian und Co. live erleben zu können, weiß, dass man an dieser Stelle eigentlich in wahre Lobeshymnen ausbrechen könnte. Oder aber schlicht die Musik für sich sprechen lassen müsste. Wir wollen diesem Review aber dennoch etwas mehr Bedeutung zukommen lassen und speziell auf die DVD „Live At Montreux 2011“ eingehen.

Diese erlaubt einen exklusiven Einblick in die Tournee vom Sommer, die Deep Purple nach Deutschland und am 16. Juli, zum Abschluss des Montreux Festivals, auch zum dritten Mal in die Schweiz geführt hat. An den legendären Entstehungsort von „Smoke On The Water“. Das Besondere war dabei diesmal das Orchester, das die Rock-Urgesteine begleitet und immer wieder dezent, niemals vordergründig, zur Untermalung von großen Klassikern beigetragen hat.

Was bei einer solchen DVD natürlich nur in einem begrenzten Maße transportiert wird, ist die Stimmung, die live vor Ort herrscht. Dass selbst gestandene Männer pfeifen und jubeln, wenn Ian Gillan (meist im weißen Flatterhemd und barfuß) auf die Bühne stürmt oder wenn Richie Blackmore und Don Airey ihre legendären Solos hinlegen. Dass Besucher der älteren Generation ordentlich abgehen oder gar filmreife Moves hinlegen. Und dass selbst ganze Familien zu Gigs von Deep Purple pilgern.

Auch wenn Ian in den Höhen stimmlich bekanntermaßen Probleme hat und längst nicht mehr alle Songs von früher performen kann – mit seinem Charme macht er das allemal wett, wenn er begeistert „Magnifique“, „Superb“ oder „Merci“ ins Publikum ruft. Überhaupt darf man nicht vergessen, dass man hier eine Band sieht, die schon seit über 40 Jahren auf der Bühne steht! Die Herren sind teilweise weit über die 60 und machen dennoch ordentlich Lärm. Allein das ist schon einen Applaus wert.

Klatschen darf man dann auch angesichts der Tracklist, denn hier ist für wirklich jeden etwas dabei. Großartige Songs wie „Black Night“, „Knocking At You Back Door“, aber auch „When A Blind Man Cries“ oder „Women From Tokyo“. Wem der Zusatz „with Orchestra“ ein wenig Kopfzerbrechen bereitet: Nicht alle Songs sind mit Orchester! Es wird vor allem zur Bereicherung herangezogen, ist aber nie zu vordergründig. Das gesamte Arrangement wirkt sehr stimmig und kommt ganz besonders bei Nummern wie „The Well Dressed Guitar“  zum Tragen.

Die DVD wäre perfekt, wenn denn die Extras nicht so spärlich ausfallen würden. Man beschränkt sich hier vollkommen auf Interviews mit der Band, dabei hätten natürlich gerade Einblicke in den Backstage-Bereich oder vielleicht auch Proben mit dem Orchester interessiert. Deshalb leider ein kleiner Minuspunkt an dieser Stelle, den aber eine andere News fast schon wieder gut macht: Für 2012 haben Deep Purple ein neues Studioalbum angekündigt! Das Erste seit „Rapture Of The Deep“ (2005).

P.S. Wer von der Kombi Rock& Klassik nicht genug kriegen kann: Ian Gillan ist auch 2012 wieder Teil des Crossover-Projektes „Rock meets Classic“ und gemeinsam mit Rockern wie Steve Lukather (Toto), Chris Thompson (Manfred Mann’s Earthband), Jimi Jamison (Survivor) und Robin Beck in Deutschland unterwegs. Mehr Infos dazu gibt es hier.

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1 Kommentar

  1. Wo spielt Ritchie Blackmore ein legendäres Solo, hab ich was übersehen?

    Steve Mores heißt der aktuelle Gitarrist

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