Kritik | Jeff Bridges von „Jeff Bridges“

Küstler:
Jeff Bridges
Redaktions-Wertung:
Titel:
Jeff Bridges
Release:
28. Oktober 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Jeff Bridges kennt man als markanten und leidenschaftlichen Schauspieler, als Jack Baker in „Die fabelhaften Baker Boys“, als energischen Kapitän Christopher Sheldon in „White Squall – Reißende Strömung“ oder innovativen Programmierer Kevin Flynn in „Tron/Tron: Legacy“.

Was nur wenige wissen – auch abseits der Filmklappe ist Jeff Bridges keineswegs unkreativ. Er beschäftigt sich mit Malerei und Fotografie, hegt aber eine ganz besondere Liebe zur Musik, die er, der Karriere zuliebe, viele Jahre hinten angestellt hat. 1999 hat er zwar ein erstes Album veröffentlicht, doch erst jetzt folgt sein zweites, schlicht mit „Jeff Bridges“ betiteltes Werk, das ihn in Country-Gefilde verschlägt, in denen seit geraumer Zeit auch Schauspielkollege Kevin Costner erfolgreich unterwegs ist.

Ebenso wie Costner dürfte es Bridges aber nicht um das Stürmen internationaler Hitlisten gehen. Er lebt lediglich ein Hobby aus, und das mit Begeisterung. „Dieses Album ist die ganz natürliche Folge meiner Liebe zur Musik, die ich eigentlich schon mein ganzes Leben lang hege“, so der 61-Jährige. Deshalb braucht er auch keine Maskerade oder einen aufgezwungenen Sound – alle zehn Titel haben ihren Ursprung im Folk, Blues und Country und kommen so natürlich rüber, als würde Jeff Bridges mal eben vor Freunden am Lagerfeuer spielen.

Anteil daran haben nicht nur etliche Musiker und Songwriter (u.a. Stephen Bruton, John Goodwin und Greg Brown), sondern auch Produzent T-Bone Burnett, ein mehrfacher Grammy-Gewinner. Der ist mit Bridges seit über 30 Jahre befreundet und war bereits seit seinem Film „Crazy Heart“ (2009) von der Umsetzung eines solchen Albums angetan. Für Jeff Bridges, der schon in seiner frühesten Kindheit mit Musik in Berührung gekommen ist, gab es demnach nur eine logische Schlussfolgerung: „Lass uns das Ding durchziehen!“

Während seiner Karriere im Filmbusiness hat er eine Vielzahl an Musikstilen kennengelernt und sich diesen angenommen. Zeitgleich ist seine Beziehung zu Burnett immer enger geworden, zumal er seinen Freund nach Soundtrack-Projekten wie „Raising Sand“ oder „O Brother Where Are Thou“ mehr und mehr verehrt hat. Irgendwann konnte er dann gar nicht mehr an seiner Zusammenarbeit vorbei. Und er wollte es auch nicht. „Ich betrachte T-Bone wie einen Regisseur beim Film […] Nur durch ihre Hilfe kann ich über mich hinauswachsen und so viel weiter kommen als ich es mir habe vorstellen können. Ich sehe in T-Bone einen Teil meiner selbst – ich versuche, zwischen uns ein so durchlässiges Membran wie nur möglich zu schaffen, und eine Einheit zu bilden.“ Das ist ihm bei „Jeff Bridges“ definitiv gelungen. Zumal man merkt, dass er die „Rolle“ des Musikers nicht spielt, sondern lebt.

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a