Kritik | In The Bleak Midwinter – A Musican´s Journey from Norway to Spain von „Capella Antiqua“

Küstler:
Capella Antiqua
Redaktions-Wertung:
Titel:
In The Bleak Midwinter – A Musican´s Journey from Norway to Spain
Release:
30. November 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

„Musikalische Reisen ins Mittelalter – 1000 Jahre alt und voller Rhythmik mit Pommern, Sackpfeifen und fränkischen Heertrommeln, geheimnisvoll und mystisch auf Harfen, Psaltern und Fideln musiziert.“ Eine musikalische Winterreise durch unterschiedliche Zeitepochen und Länder bietet uns das Album „In the bleak midwinter – a musican´s journey from Norway to Spain” der CAPELLA ANTIQUA aus Bamberg. Von katalonischen Volksliedern über die bekannten deutschen wie „Maria durch ein´ Dornwald ging“ oder „Stille Nacht, Heilige Nacht“ finden wir hier 14 himmlische Winterlieder in allen Stimmungen.

Sehr besinnlich und passend zu den feierlichen Tagen beginnt die Reise mit einem Volkslied aus Norwegen: „I denne sote juletid“ (übersetzt: „In dieser schönen Weihnachtszeit“). Instrumental ist das Album sehr vielseitig besetzt und es spielt bei fast jedem Stück die Harfe eine große Rolle; gespielt wird sie von Arianna Savall Figueras, die mit einer elfenhaften Stimme ein französisches Lied aus dem 16. Jahrhundert zart in unsere Weihnachtsohren haucht: „Une vierge féconde“- übersetzt „Eine fruchtbare Jungfrau“). In einer katalanischen Familie in Basel geboren, begann sie später das Studium der Harfe und spezialisierte sich auch auf den Gesang alter Musik. Auch Soloplatten hat die Sängerin produziert, aber zurück zu CAPELLA ANTIQUA.

Einen „Wintersong“ um 1900 von Katherine Mansfield singt Petter Udland Johansen. „In the black Midwinter“ von Christina Rosetti kennen viele von uns von der Melodie her und es ist eines der eindringlichsten Winterlieder. Petter ist in Oslo geboren wurden und als studierter Sänger ist er in der modernen Popmusik ebenso zu Hause wie in alter und klassischer Musik. Wir hören ihn unter anderem am Konzertflügel und am Cambalo.

Weitere Musiker sind Anke Spindler, Dozentin in Erlangen für alte Musik, Blockflöte und Viola da Gamba und engagiert sich im Projekt „Zauberharfenbau für krebskranke Kinder“. Andreas Spindler ist selbständiger Instrumentenbauer und spezialisiert auf die Rekonstruktion mittelalterlicher Musikinstrumente für kulturhistorische Museen. Thomas Spindler ist als Journalist und Musikproduzent der Koordinator der Konzerte und CD-Projekte des Ensembles, hier aber auch am Riq, einem ein arabischen Tamburin und an der Cajon, einem peruanischen Perkussioninstrument zu hören. Benjamin Dreßler vor allem für Gambe und Viola zuständig, konzentriert sich auf klanglich perfekte Realisierungen genreübergreifender Tonproduktionen. Wen man vielleicht auch noch kennt ist Simon Michael, Schlagzeuger der deutschen Rockband „Subway to Sally“. Sonst unter anderem beim Heavy-Metal-Festival „Wacken“ zu erleben, hier nun als Produzent und Komponist.

CAPELLA ANTIQUA haben sich bereits 1983 gegründet. Die Musiker spielen auf über 60 mittelalterlichen Instrumenten. Dazu zählen Instrumente wie Sackpfeifen, Hümmelchen, Platerspiele, Drehleier, Krummhorn, Cornetto Muto, Organetto, Psalter, Blockflöten vom Garklein-Flötlein bis zur Subbass-Blockflöte, historisches Glockenspiel, gotische Harfen und viele mehr. Eine wirklich ganz zauberhafte Scheibe findet man in „In the bleak midwinter – a musican´s journey from Norway to Spain”. Wer also Amazon-Gutschein oder ähnliches geschenkt bekommen hat, kann den ja schnell einlösen und den Rest vom Winter bei diesen zarten und gedankenvollen Klängen genießen.

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