Kritik | In A Time Lapse von „Ludovico Einaudi“

Küstler:
Ludovico Einaudi
Redaktions-Wertung:
Titel:
In a Time Lapse
Release:
18. Januar 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Ludovico Einaudi dürfte jeder kennen, der den französischen Erfolgsfilm „Ziemlich beste Freunde“ erlebt hat. Seine Klaviermusik hat die Komödie unaufdringlich und dennoch markant untermalt. Doch auch wer den Streifen nicht gesehen hat (gibt es da überhaupt jemanden?) hat vielleicht schon von dem italienischen Komponist und Pianist gehört. Immerhin hat er schon zu recht vielen Filmen den passenden Soundtrack begesteuert und auch eine Vielzahl an CDs veröffentlicht.

Heute folgt ein weiteres Werk des  57-Jährigen Virtuosen: „In A Time Lapse“. Ein betont philosophisches Album, das sich mit der Reflektion des Lebens befasst. Damit ist es praktisch schon wieder ein Soundtrack, aber derart zeitlos, dass diese LP eigentlich überhaupt nicht eingestuft werden muss. Es ist ein Ludovico Einaudi: Verträumt, abenteuerlich, unaufdringlich, aber auch stürmisch. „Der Moment, in dem uns bewusst wird, dass unsere Lebenszeit endlich ist, hat eine elementare Bedeutung. Denn hier beginnt der Versuch, die Grenzen des Denkens zu überschreiten und jeden Moment so intensiv zu leben wie man es als Kind getan hat“, sagt der Komponist selbst.

Seine Arrangements sind hypnotisch und ziehen den Zuhörer immer tiefer in die musikalische Zeiterfahrung hinein. Und das nicht nur mit Einaudis hingebungsvollem Klavierspiel, sondern auch der orchestralen Begleitung. Bei den Aufnahmen in einem abgelegenen Kloster in Verona wurde Ludovico Einaudi vom Streichorchester I Virtuosi Italiani – seinem festen Ensemble – begleitet. Auch der Geiger Danile Hope ist in vier Stücken zu hören.

So vereinen sich auf „In A Time Lapse“ vielfältige und facettenreiche Klangfarben in völlig neuen Texturen. Man hört natürlich, wer die Noten arrangiert hat, aber es gibt auch viel Neues zu entdecken: Romantisches, Folkloristisches, Faszinierendes. Besonders Titel wie „Time Lapse“ und „Discovery At Night“ (wundervoll!) haben diesen markanten, heiß geliebten Einaudi-Klang und entwickeln sich fast schon hypnotisch. Ebenso auch „Life“, das sich besonders zum Ende hin derart dramatisch und intensiv steigert, dass man regelrecht nach Luft schnappt.

Das Leben im Zeitraffer. Schön, aber auch beängstigend; offenbarend und doch geheimnisvoll; voller Farben und Schattierungen. Gewidmet hat Lucovico Einaudi sein neuestes Album seinen Kindern.

Tracklist:

01. Corale
02. Time Lapse
03. Life
04. Walk
05. Discovery At Night
06. Run
07. Brothers
08. Orbits
09. Two Trees
10. Newton’s Cradle
11. Waterways
12. Experience
13. Underwood
14. Burning

Ludovico Einaudi Tourdaten 2013:

26.02.2013 München – Philharmonie
27.02.2013 Karlsruhe – Stadthalle
01.03.2013 Düsseldorf – Tonhalle
02.03.2013 Frankfurt am Main – Alte Oper
03.03.2013 Leipzig – Gewandhaus zu Leipzig
04.03.2013 Nürnberg – Meistersingerhalle
05.03.2013 Bremen – Die Glocke/Großer Saal
06.03.2013 Hamburg – Laeiszhalle/Großer Saal
10.04.2013 Berlin – Tempodrom

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a