Kritik | Hedonism von „Bellowhead“

Küstler:
Bellowhead
Redaktions-Wertung:
Titel:
Hedonism
Release:
25. November 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Eine elfköpfige Band bekommt man nicht alle Tage zu sehen, geschweige denn zu hören. Bellowhead aus England sind aber nicht nur deshalb eine kleine Sensation, sondern auch, weil sie sich  alte Perlen heimischer Folkmusik zu eigen machen und diese ganz wunderbar mit Leben füllen. Dafür setzen sie zum einen auf traditionelle Instrumente, zum anderen auf ihre Stimmen. Das lässt nicht nur die britischen Fans ausflippen, sondern Folk-Liebhaber auf der ganzen Welt in Verzückung geraten. Zwei Alben hat die Band bereits veröffentlicht, am 25. November folgt bzw. „folkt“ die Scheibe „Hedonism“.

Es ist das dritte Werk seit Gründung der Band im Jahr 2004 durch John Spiers und Jon Boden. Die beiden waren zuvor als Duo erfolgreich, entschlossen sich dann aber zur Initialisierung einer Folk-Big-Band. Dabei haben sie unterschiedlichste musikalische Talente „eingesammelt“ und aus verschiedenen Stilen wie Folk, Rock, World Music, Klassik und Music Hall einen Live-Act der besonderen Art kreiert. Dabei ist es ganz gleich, ob Bellowhead bei den BBC Proms in der Royal Festival Hall oder als berufene Hausband im berühmten Southbank Centre in London, wo ihre Shows stets ausverkauft sind, auftreten. Sie werden überall als Bühnensensation gefeiert und wurden seit dem Jahr 2005 gleich fünf Mal mit dem „BBC 2 Folk Award“ als beste Live-Band ausgezeichnet.

Mit „Hedonism“ kann man sich dieses mehrfach ausgezeichnete Feeling nun ins heimische Wohnzimmer holen, auch wenn es natürlich nicht ganz an das Live-Erlebnis herankommt. Elf Titel voller Schwung, Rhythmus und packender Melodien laden zum Fußwackeln, Kopfnicken oder einfach nur Mitklatschen ein. Bellowhead entführen ohne Probleme in die Welt des 17. Jahrhunderts, denn aus dieser Zeit stammt z.B. die Nummer „A-Begging I Will Go“. Auch darüber hinaus bedient sich die Band aus der Schatzkiste mit englischer Musik und interpretiert alte Klassiker vollkommen neu. Mal mit Elementen des Ska, dann wieder Brass-Band-Sounds oder zirkushaftem Jig. Cello, Oboe, Percussions, Mandoline, Banjo oder Saxofon klingen somit keinesfalls eingestaubt, sondern transportieren ein ganz besonderes Gefühl von Euphorie und Lebensfreude. Kein Wunder, dass die englische Presse „Hedonism“ bereits jetzt als eines der besten Alben 2011 sieht. Dieses beinhaltet übrigens auch noch eine Bonus DVD mit zahlreichen Extras und Infos rund um die große Band.

2012 kommen Bellowhead erstmals nach Deutschland! Wer individuellen und abwechslungsreichen Folk liebt und keine Platzangst hat (eine elfköpfige Band braucht nun mal ihren Raum), der sollte sich am besten schon jetzt Karten besorgen.

Tourdaten:

30.01.2012 | D- Hamburg, Übel & Gefährlich
31.01.2012 | D- Aschaffenburg, Colos-Saal
01.02.2012 | D- München, Freiheiz
05.02.2012 | D- Köln, Kantine
06.02.2012 | D- Berlin, Postbahnhof
07.02.2012 | D- Hannover, Capitol

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