Kritik | „Dirty Dancing – The Deluxe Anniversary Edition“

Küstler:
Various Artists
Redaktions-Wertung:
Titel:
Dirty Dancing - The Deluxe Anniversary Edition
Release:
02. November
LeserInnen-Wertung:

Es gibt Filmzitate, die man einfach nicht mehr kommentieren muss. „Schau mir in die Augen, Kleines“ zum Beispiel. Oder „Ich habe eine Wassermelone getragen“ und „Mein Baby gehört zu mir“. Auch wenn Patrick Swayze in der Rolle des Tanzlehrers Johnny Castle (Kreisch!) den letzten Satz total schmalzig fand – er ist Kult geworden. Genau wie der dazugehörige Film aus dem Jahr 1987.

Gedacht hätte das damals wohl niemand. Nachdem Autorin Eleanor Bergstein mit dem Drehbuch über ihre eigene Geschichte jahrelang vergeblich an sämtliche Türen geklopft hat, bis sich Vestron Pictures der Story annahm, gingen alle davon aus, dass man eine nette Liebeskomödie dreht, für die sich niemand wirklich interessieren wird. „Dirty Dancing“ sollte ursprünglich auch nur ein Wochenende in den Kinos laufen, um dann direkt auf Video zu erscheinen. Doch alles kam anders. Johnny und Baby sollten Geschichte schreiben und das Genre der Tanzfilme vollkommen verändern.

Auch heute, 25 Jahre später, hat „Dirty Dancing“ nichts von seiner ursprünglichen Magie verloren. Film und Soundtrack sind nach wie vor legendär. Ebenso einzelne Szenen und Sätze. Wenn Tänzer Johnny mit Sonnenbrille ganz cool und lässig auf der Bildfläche erscheint, kreischen und seufzen weibliche Zuschauer auch beim 381.000 Mal noch. Sie wollen immer noch Frances „Baby“ Houseman sein, Neil am liebsten die süßen Gewürzgurken in den Allerwertesten schieben und den Sommer bei Kellerman’s verbringen. Es lässt sich irgendwie nicht erklären, was „Dirty Dancing“ so besonders macht. Garantiert jeder Fan des Low-Budget-Films (gerade mal 5 Millionen Dollar hat er gekostet) weiß aber auch heute noch, wann er die verruchten, bewegten Bilder zum ersten Mal gesehen hat. Bei mir war es Anfang der 90er auf einem kleinen Schwarz-Weiß-Fernseher, vor dem ich mit offenem Mund gesessen und mich augenblicklich in Patrick Swayze verknallt habe.

Was man ebenfalls weiß, ist, dass der fantastische Soundtrack einen großen Teil zum Erfolg von Dirty Dancing“ beigetragen hat. Bevor er überhaupt erschienen ist, gab es bereits über eine Million Vorbestellungen. Verkauf hat er sich bis heute mehr als 42 Millionen (!) Mal und ist damit ohne Frage ein Bestseller. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums präsentiert Columbia/Legacy deshalb jetzt die „Dirty Dancing – The Deluxe Anniversary Edition“ mit allen zwölf Hits und Extras wie Kunstpostkarten, einem Aufkleber und Liner Notes vom Produzenten-Team.

Die Gestaltung des Longplayers – sowohl optisch als auch inhaltlich – ist das Ergebnis einer von Legacy durchgeführten Umfrage bei Facebook, wo „Dirty Dancing“ mehr als 14,5 Millionen Fans hat. Die Tracklist wurde original übernommen und enthält Ohrwürmer und ausgezeichnete Songs wie „(I’ve Had) The Time Of My Life“ (Bill Medley & Jennifer Warnes), „Hey Baby“ (Bruce Channel), „Hungry Eyes“ (Eric Carmen) und natürlich auch „She’s Like The Wind“. Patrick Swayze hat den Titel nicht nur gesungen, sondern auch geschrieben. Schon viele Monate vor Drehbeginn. Dennoch scheint er wie für die Szene gemacht zu sein, in der Johnny Baby verlassen muss. Aus den Liner Notes erfährt man von Produzent Michael Lloyd, dass er es bedauert, nicht noch mehr Patrick Swayze Songs für den Soundtrack aufgenommen zu haben. „She’s Like The Wind“ ist und bleibt somit tatsächlich der einzige Song des 2009 verstorbenen Schauspielers.

Jimmy Ienner, der verantwortliche Musikproduzent von „Dirty Dancing“, fügt in seinen Liner Notes hinzu: „Ich bin auch heute, 25 Jahre nach der Filmpremiere, immer noch stolz auf das großartige Team aus Produzenten und Künstlern, das zu dem Wahnsinns-Erfolg des Films und natürlich des Soundtracks beigetragen hat. Ihnen allen schulde ich Dank, am meisten jedoch den loyalen Fans auf der ganzen Welt für ihre Unterstützung.“

Fazit: „Dirty Dancing – The Deluxe Anniversary Edition“ erfindet das Rad natürlich in keinster Weise neu. Es ist ein Geschenk für Fans des Films und wird mit all seinem Hype wohl auch nur von diesen verstanden werden. Erneut kann man sich jetzt wieder in den Sommer 1963 zurückversetzen lassen und bei dieser Gelegenheit auch direkt noch mal die DVD/Blu-ray einschmeissen. Wenn der Freund/Mann das nicht nachvollziehen kann, kein Problem: Aufkleber aus der Deluxe Anniversary Edition auf die Stirn kleben, das Nachspielen der berühmten Hebefigur androhen und klare Regeln festlegen: „Das ist mein Tanzbereich und das ist Deiner!“ Punkt.

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a