Kritik | Born Villain von „Marylin Manson“

Küstler:
Marylin Manson
Redaktions-Wertung:
Titel:
Born Villain
Release:
27. April 2012
LeserInnen-Wertung:

Lange mussten wir darauf warten, nun ist es endlich da: das neue, achte Studioalbum von Marilyn Manson! Nach drei Platin-Alben (allein in den USA), drei Gold-Alben, drei Top Ten-Alben und zwei Alben, die direkt auf Platz Eins der Charts eingestiegen sind, will es der Schockrocker mit „Born Villain“ noch einmal wissen. Ob er wirklich so böse ist, wie er tut? Eine erste Antwort hat bereits die erste Single „No Reflection“ geliefert.

Die zeigt, dass Manson nach wie vor düstere, metallische und harte Musik macht. Dreckigen, schnoddrigen Sound, der so ungewaschen klingt, wie er selbst riecht. Damit hat sich aber eigentlich nichts geändert, denn genauso haben sich auch die vorhergehenden Alben des Rockers angehört. Bis auf das vielleicht etwas zu seichte „The High End of Low“. Marylin Manson selbst sieht das allerdings anders: „Es ist, als wäre es mein erstes Album und ich kann alles machen – als würde ich ganz neu anfangen. Das Album hört sich nicht wirklich wie eines meiner alten Alben an.“

„Born Villain“ wartet mit immerhin 14 Tracks auf. Die tragen Titel wie „The Flowers of Evil“ oder „Murderers Are Getting Prettier Every Day“, sind provokativ wie eh und je. Nur Marylin, der ist es irgendwie nicht mehr. Die Zeiten, in denen er mit Drogen- und Sexskandälchen oder Damen wie Dita van Teese und Evan Rachel Wood an seiner Seite für Aufsehen gesorgt hat, liegen einige Jahre zurück. Auch das Böse wird irgendwann älter und damit vielleicht zahmer, ruhiger. „Born Villain“ ist deshalb natürlich längst kein Pop-Album geworden. Es ist absolut rockig mit einer gehörigen Portion Gothic und Industrial. Hier und da schleichen sich allerdings merkwürdige Riffs ein, ja sogar Disco-Beats und elektronische Anwandlungen, die das Album irgendwie aus der Form laufen lassen. So, wie Marylin es selbst schon seit geraumer Zeit auf der Bühne tut (wie unlängst erst mit Rammstein und Johnny Depp).

Das Album bietet absolut nichts Neues, dürfte demnach auch keine neue Zielgruppe ansprechen. Zu den wenigen interessanten Höhepunkten zählen „Slo-Mo-Tion“, „Children of Cain“ und „Lay Down Your Goddamn Arms“. Hier zeigt der Rocker, warum er in der Vergangenheit mehr als 50 Millionen Alben verkauft hat. In der Gesamtheit ist das aber ein sehr mageres Ergebnis. Man möchte dem Album fast einen Batzen Fleisch hinwerfen, damit es zu Kräften kommt. So, wie auch Marylin Manson, denn der kann eigentlich mehr. Hat er uns in den letzten Jahren zumindest glauben lassen!

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