Kritik | The World We Knew von „Helen Schneider“

Küstler:
Helen Schneider
Redaktions-Wertung:
Titel:
The World We Knew
Release:
24. September 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Als Rock’n’Roll-Gypsy entdeckte einst Udo Lindenberg die Rockröhre Helen Schneider in einem New Yorker Nachtclub und nahm sie mit auf Tournee, wodurch sie in Deutschland schnell einem größeren Publikum bekannt wurde – das war in den 80er Jahren. Heute hat die ehemalige Rockgröße ein Stück musikalischen Wegs über Musical und Chanson hinter sich und bewegt sich immer noch experimentierfreudig auf diesem weiter.

Mit Ihrem Album „The World We Knew“ stellt sie nun einen guten Mix aus klassisch stilvollem und top aktuellem Sound vor, wofür auch die mehrfach ausgezeichnete SWR Big Band mit verantwortlich zeichnet. Die Leitung des Orchesters, das die Musik leichtfüßig daherkommen lässt, hatte der Hollywood-Klangkünstler Chris Walden, der dem Sound dezent sein Gepräge gab. In gewisser Weise begibt man sich bei dieser CD gemeinsam mit Helen Schneider und anderen hochkarätigen Gästen, wovon Götz Alsmann hierzulande zu den bekannteren zählt, auf eine Zeitreise in die Vergangenheit, ohne dabei die Gegenwart zu verlassen. Andere Mitwirkende Musiker sind die Cologne Voices, Ladi Geisler am Bass und Ack van Rooyen am Flügelhorn.

Basis und zugleich Mittelpunkt der Produktion sind die Melodien des vor 30 Jahren verstorbenen Bandleaders Bert Kaempfert, dessen Klänge, und damit er selbst, unsterblich sind. Swingend, leicht und in gewisser Weise unbeschwert klingt die ganze Scheibe und ist genau das, was man den Inbegriff von „Easy Listening“ nennen könnte. Es sind aber nicht nur die ganz großen Hits von Bert Kaempfert vertreten auch einige, als Geheimtipp von echten Fans zu bezeichnende, nicht weniger hörenswerte Stücke werden von den Musikern, allen voran von Helen Schneider, auf eigene, sehr ansprechende Weise interpretiert. Wer mit dem Name Bert Kaempfert nichts anzufangen weiß, und vermutlich ist das bei den jüngeren Generationen häufiger der Fall, wird spätestens beim Anhören der CD sein „Aha-Erlebnis“ haben und möglicherweise erstaunt darüber sein, welche Lieder alles aus seiner Feder stammen – Genießen werden sie es auf alle Fälle.

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