The 1960’s Jazz Revolution Again von „Jay Are“

Küstler:
Jay Are
Redaktions-Wertung:
Titel:
The 1960's Jazz Revolution Again
Release:
4. September 2009
LeserInnen-Wertung:
Web:
keine Angaben

jay-are-the-1960-s-jazz-revolution-again-cd-bewertungen-deAusflüge in die Vergangenheit sind im Musikgeschäft nichts mehr Neues und so gewöhnt man sich auch immer mehr im Hip Hop Bereich an Retroalben. Eine Reise zurück in die 60er macht das Duo Jay Are, bestehend aus dem immer populärer werdenden Producer J Rawls und dem noch wenig bekannten John Robinson, der für den Rap zuständig ist. Da J Rawls schon in früheren Tagen viel Jazz Rap produziert hat, ist es nicht verwunderlich, dass sich auch sein neues Projekt diesem Stil widmet, um keine Zweifel aufkommen zu lassen prangt auf dem Cover dazu noch der Titel „The 1960’s Jazz Revolution Again“. Da die glorreiche Zeit des Jazz schon ein wenig her ist, bleibt nun abzuwarten, ob die beiden mit diesem Album tatsächlich noch mal eine kleine Jazz Revolution aufleben lassen können.

Schon am ersten Song „It’s Jay Are“, bei dem uns die beiden noch etwas näher vorgestellt werden, hört man, dass sich hier eindeutig an der alten Schule orientiert wurde, denn das Ganz wirkt doch wesentlich ruhiger und weniger spektakulär als z.B. Branchenprimus Guru’s „Jazzmatazz“, das sich an der heutigen Zeit orientiert. Dennoch ein sehr smoother Einstand, der einen entspannten Lounge Flavor herauf beschwört. Dieses Konzept wird mit dem romantischeren „Know U“ fortgeführt, eine Nummer mit ähnlichem Tempo wie der Vorgänger, also eher ruhig, doch da mit Invizible Handz noch ein Feature dabei ist, das John Robinson am Mic unterstützt, kommt noch ein weiterer interessanter Part hinzu. Ein weiterer Gast, nämlich Sänger Rashad, sorgt bei „She’s So Brilliant“ dafür, das noch sehr viel Soul mit einfließt. Hauptsächlich ein Piano und Bass bestimmen den Sound dieses Songs, der sehr gefühlvoll gestaltet ist, was sich auch in den Raps und ganz besonders in Rashad’s schöner Vorstellung widerspiegelt.

Zumeist trifft man auf „The 1960’s Jazz Revolution Again“ auf langsam gestaltete Tracks, die im einzelnen sicher sehr gut sind, insgesamt betrachtet kann das aber auch zum kleinen Problem werden, da man doch viel ähnlich klingendes Material geboten bekommt. Da freut man sich umso mehr auf die zwar seltenen, dennoch vorhandenen Ausbrüche, die das Salz in der Suppe darstellen. Einer dieser Tracks wäre „Music Is Forever“, dessen Aussage durch ein temporeiches Instrumental bekräftigt wird und zeigt, dass der sonst eher behäbig wirkende John Robinson seine kratzige Stimme auch bei schnelleren Stücken so einsetzen kann, dass es gut klingt. Eines der Highlights des Albums dürfte „Relax Ur Mind“ sein. Flotte Claps und ein mitreißender Rhythmus sorgen von Anfang an für Dynamik und gute Laune, die von Sängerin Tiffany Paige gut umgesetzt und an den Hörer übertragen wird, da wirkt John Robinson schon fast nebensächlich, was sicher auch daran liegt, dass die Dame wesentlich mehr Parts übernimmt, als er.

„1 Of The Greatest“ holt einen da wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Entspannte Grooves, die hier in erster Linie von einer Gitarre stammen, sind verantwortlich dafür, dass sich der Titel etwas nach Barmusik anhört. Schön anzuhören, allerdings nur zum Relaxen, denn für alles andere sollte der Song etwas zu unspektakulär sein. Den wohl besten Titel von „The 1960’s Jazz Revolution“ findet man ausgerechnet mit einem, der modern und frisch klingt, nämlich „Jazz Unconditional“. Nicht nur dass ein Schwung bringender Beat mit verbaut wurde, es sind auch Scratches im Hintergrund dieses Ohrenschmaus zu hören, was den Track zusätzlich aufpeppt und spannender macht, dazu kickt John Robinson mit ansprechendem Flow seine Verse und berichtet uns über Jay Are’s Liebe zum Jazz. Dem folgt mit dem dank Knistern altertümlich klingenden „Love Me Good“ ein fast schon lahmer Track, bei dem der Höhepunkt darin besteht, wenn ein Saxophon anfängt zu spielen, was leider nicht durchgehend der Fall ist und das Lied daher eher belanglos vor sich hin plätschert. Glücklicherweise erlebt die Platte ganz zum Schluss mit dem souligen und leicht verträumt wirkenden „We Make The Rules“ (feat. Rashad & Tiffany Paige) noch einen gelungenen und würdigen Abgang.

Thema perfekt umgesetzt, kann man zum Projekt Jay Are nur sagen, denn von der erste bis zur letzten Sekunde versprüht das Album smoothen Jazz. Leider sind die wirklichen Highlights rar gesät, der Rest klingt einfach zu oft zu ähnlich und ist durch seinen ruhigen Klang auch nicht wirklich alltagstauglich, sondern ist eher dazu gemacht, dass man sich Zeit dafür nimmt, denn hier muss man zuhören um die Vibes aufnehmen und dadurch die Musik genießen zu können. Wer Jazz Rap mag, oder einfach ein Fan von J Rawls‘ Produktionen ist, der kann sicher bedenkenlos zugreifen, alle anderen, die sich einen Kauf überlegen, sollten dringen die Hörproben nutzen.

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