Rhythms Del Mundo Cubano Aleman

Küstler:
Various
Redaktions-Wertung:
Titel:
Rhythms Del Mundo Cubano Aleman
Release:
29. August 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

rhythms-del-mundo-cubano-aleman-cd-bewertungendeUniversal legte nach dem guten Erfolg des in mehr als 60 Ländern veröffentlichten Vorgängers eine neue, deutsch-kubanische Zusammenarbeit mit Namen “Rythmus Del Mundo” nach. Und der Verdacht liegt nahe, dass es hier nicht um mehr, als bares Geld ging: Ankündigungen mit etlichen Superlativen machen schon im Vorfeld skeptisch. Spätestens, wenn Rosenstolz als die “spannendsten Künstler unseres Landes” bezeichnet werden, wird es unglaubwürdig. Tatsache ist: die Tracklist reiht Künstler aneinander, die einfach nicht zusammen passen wollen und liefert einen Aufguss von Titeln, derer die meisten längst überdrüssig sind.

So gibt ein steifer Xavier Naidoo nebst warmer Bläser der Compay Rotation Segundos kein gutes Bild ab. Und Jan Delays “Klar” büßt auf der Platte jeglichen Drive ein. Da wäre noch “Hamma!”. Aber das will man trotz neuer Rythmen nun wirklich nicht mehr hören. Es werden verstaubte Sommerkracher lieblos mit kubanischer Son-Musik vereint – spätestens nach dem zweiten Hören setzt Übersättigung ein.

Trotz allem gibt es Lichtblicke. Beispielsweise “Kapitulation” von Tocotronic, das mit seiner Mischung aus Dirk von Lowtzows naivem Gesang und den unverkrampften Latinklängen eine besonders zynische Wirkung erzielt. Schön ist auch Udo Lindenberg, mit “Wenn du durchhängst”. Das klingt durch ein frisches kubanischen Arrangement gar nicht mal schlecht.

Highlight sind indes die wenigen Songs, welche ausschließlich von kubanischen Musikern aufgenommen wurden. Aber das reicht nicht. Man fragt sich, ob “die größten Hits” von Bands wie Silbermond oder Juli tatsächlich mit Franz Ferdinand, oder Coldplay mitkommen. Der Verdacht liegt nahe, dass diese Kooperation statt durch künstlerischen Austausch, von einer PR-Strategie inspiriert wurde. Tocotronic bringt es auf den Punkt: “Alles ist zum Speien – Kapitulation”.

Unterm Strich bleibt die gute Sache. Ein Euro vom Preis wandert direkt an die britsche Organisation APE (Artists Project Earth). Der Euro wäre sicherlich besser investiert, würde man ihn direkt an APE spenden. Das spart Geld und schont die Nerven. Und: Die CD wird man ohnehin kostenlos zu Gehör bekommen – als Hintergrundgedudel im Fahrstuhl.

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