Optativo von „Laura López Castro & Don Philippe“

Küstler:
Laura López Castro & Don Philippe
Redaktions-Wertung:
Titel:
Optativo
Release:
13. August 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Laura Lopez Castro und Don Philippe schlagen mit ihrem 2010er Album OPTATIVO neue Wege ein.Die beiden Musiker leben und arbeiten in Deutschland, ihre spanischen bzw. französischen Wurzeln verleugnen sie aber keinesfalls.

Das Duo aus Gesang und Gitarre bleibt zwar wie gewohnt zwischen Jazz und Klassik – genau so einordenbar wie uneinordenbar – und wie auch die vorhergehenden Alben schwingt die typisch spanische und auch lateinamerikanische Melancholie in jedem der zehn Stücke mit, die durch die wunderbar wandelbare Stimme von Laura Lopez Castro zu etwas einzigartigem werden. Die stilecht – sanft oder aufbrausend – gespielte Konzertgitarre von Don Philippe unterstützt die Stimme und auch die Botschaften hervorragend.

Beide Musiker haben sich in diesem Album aber nicht nur auf neue Wege begeben, sondern sich auch auf den Weg zu sich selbst und ihren Wurzeln gemacht – auch auf Umwegen.

Man kann sich mit den zehn Liedern auf eine Gedankenreise mitnehmen lassen und dabei so nah und tief in die Geschichten eintauchen, als wäre man nicht nur Zaungast bei erzählten Geschichten, sondern hätte sie selbst miterlebt – begleitet von einer gefühlvollen, kristallen daherplätschernden und doch tiefgehenden Musik, die mit Leichtigkeit Texte transportiert, die teilweise schwere Schicksale berichten.

OPTATIVO – jeder hat die Wahl für sein eigenes Leben, vermittelt die CD und weiß doch gleichermaßen, dass es Schicksale gibt, die die Wahl fast unmöglich machen. Sie erzählt Geschichten von Menschen am Rande der Gesellschaft, die in der Fremde nach ihrer eigenen Identität und nach einer Heimat suchen. Und damit öffnet Laura Lopez-Castro auch ein Stück ihres eigenen Ichs, das sie in den selbst verfassten lyrischen Texten zu beschreiben und zu ordnen sucht, hin- und hergerissen zwischen zwei Kulturen, ja zwei Seelen, einer spanischen und einer deutschen.
Auch musikalisch wurde experimentiert: Straßengeräusche wurden gemischt mit traditionellen Klängen aus den zivilisationsfernen Hochebenen Südamerikas. Eine groteske Kombination, die gelingt.

Auf jeden Fall empfehlenswert, nicht nur für Liebhaber lateinamerikanischer Musik.

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