Kritik | Tourist von „St. Germain“

Küstler:
St. Germain
Redaktions-Wertung:
Titel:
Tourist
Release:
16. Mai 2000
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Wie stellen wir uns eine typische Jazz-CD vor? Geht gar nicht, denn Jazz ist so vielseitig, dass eine Vorstellung vor dem Hören kaum möglich ist. Und so haben wir bei dem neuen Album von St. Germain ein zweigeteiltes Werk, welches voller Leben und Schwung beginnt und ruhig gelassen ausklingt. Bei Blue Note Records, einem der bekanntesten Plattenlabel für Jazzmusik darf lange nicht jeder veröffentlichen. Und dann ist es 2000 erstmals herausgegeben mit über 2,8 Einheiten auch noch das meist verkaufte Blue-Note-Album. Diamond-Award in Frankreich und Mehrfach-Platin waren der Platte sicher. Doch wer verbirgt sich hinter St. Germain?

Den Kopf der Band bildet der französische Musikers Ludovic Navarre. Die musikalische Gefilde in denen er sich bewegt sind der Nu Jazz, Acid Jazz und House, und das merkt man auch auf seinen Alben wie der Wandel von Jazz zu House klingt.

Die Lieder sind anfangs wenig unterschiedlich. Fast alle sind durchweg wild, lebhaft und voll jazziger Klänge. Zur Ruhe kommt man nicht beim Hören, und dennoch kann man es genießen und die Musik auf einen wirken lassen. Und als ob sich die Platte in zwei Hälften teilt, ist die erste durcheinander und aufwühlend. Die Hüfte schwingt und das Ohr wird erfüllt mit Instrumentenvielfalt. Dann wird es soulig. „Pont des Arts“ ist ein wahres Dancefloor-Lied, denn chillig und melodiös recht elementar erklingt das Stück als ob es den einzigen Grund hätte entspannend zu wirken. Verfolgt wird es von „La Goutte D´Or“, (der Rückgang von Gold) und „What you think about“. Das sind wahre Strandbar-Mixe, die vielleicht kreiert wurden um in einer Bar den Sand zwischen den Füßen zu spüren, auf das offene Meer hinaus zu schauen und keine Gedanken an den Alltag zu verlieren. Sich verlieren in der Musik, im Jazz, in den Tönen die einfach und doch gut durchdacht einen beschwingenden unkomplizierten Klangmantel um dich legen.

Anhören, abtauchen und die letzten heißen Tage genießen, der Herbst mit melancholischen anderen Klängen kommt früh genug.

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