Kritik | Till Brönner von „Till Brönner“

Küstler:
Till Brönner
Redaktions-Wertung:
Titel:
Till Brönner
Release:
30. Oktober 2012
LeserInnen-Wertung:

Für sein letztes Album musste Till Brönner ganz schön einstecken. Deutschlands erfolgreichster Jazz-Musiker als Sänger? Das hat so einigen seiner Fans und Kritiker gar nicht gepasst. Und es scheint, als hätte sich auch Till selbst das zu Herzen genommen, denn bei seinem neusten Album, das schlicht und einfach „Till Brönner“ heißt, besinnt er sich ganz auf seine Wurzeln: Klassischen, loungigen Jazz, den er allerdings mit Streicherarrangements untermauert. Mit dieser Neuaufstellung konfrontiert er Fans wie Gegner und dürfte erneut die Nation spalten. Aber stört ihn das? Nein!

„Dieses Album wird auf fruchtbaren Boden bei denjenigen fallen, die für diese Musik offen sind. Der Erfolg lässt sich nicht alleine an Verkaufszahlen festmachen. Dieses Album war einfach auf meiner Agenda, und jetzt ist es da“, so der Musiker. Er gibt sich uneitel und klingt auch so. Dafür setzt er fast ausschließlich auf das Flügelhorn, hält sich aber schon fast dezent zurück. Er nimmt sich selbst aus dem Scheinwerferlicht und lässt auch seine bekannte Trompete einfach stehen. Er will nicht noch virtuoser sein.

Stattdessen erlaubt er seinen Zuhörern Zugang zu einer für sie vielleicht neuen Klangwelt. Sagt aber selbst: „Die Besetzung ist kein Novum. In den späten sechziger und frühen siebziger Jahren sind zahlreiche Alben genau in dieser Besetzung bestritten worden.“ Und so klingt „Till Brönner“ auch. Nach den 70ern. Etwas opulent, aber fließend und entspannt. Das Zusammenspiel mit der Band ist hörbar homogen und das weiß auch der Berliner: „Ich habe die Musik größtenteils zwar selber geschrieben, aber im Studio haben wir alle zusammen einfach nur unser Bestes gegeben.“ Alle beteiligten Musiker sind zu einer Einheit verschmolzen.

Vielleicht wirkt das Album deshalb auch wie aus einem Guss. Da braucht es überhaupt keinen Gesang. Nur ein wenig Fantasie.

Till Brönner Tournee 2012:

05.12.2012, Berlin, Postbahnhof
06.12.2012, Bremen, Modernes
08.12.2012, Hamburg, Fabrik
09.12.2012, Bochum, Zeche
10.12.2012, Saarbrücken, Garage
11.12.2012, Nürnberg, Hirsch
12.12.2012, Dresden, Alter Schlachthof

Tourneeveranstalter:
Karsten Jahnke Konzertdirektion

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a