Kritik | Sunken Condos von „Donald Fagen“

Küstler:
Donald Fagen
Redaktions-Wertung:
Titel:
Sunken Condos
Release:
12. Oktober 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Donald Fagen ist eine Musiklegende. Nicht nur wegen seines Keyboard-Spiels, sondern auch wegen seiner Stimme. Sphärischer Jazz mit einer smoothen Prise, das ist sein Ding. 30 Jahre nach seinem Solodebüt „Nightfly“ hat er nun ein viertes Album namens „Sunken Condos“ veröffentlicht. Es enthält zwar „nur“ neun Tracks, acht davon sind aber brandneue Eigenkompositionen. Der neunte Song ist eine Coverversion von „Out Of The Ghetto“ (Isaac Hayes).

Und Donald Fagen ist auf seiner neuesten Veröffentlichung keinesfalls allein zu hören. Er hat sich bekannte Musiker zur Unterstützung eingeladen, darunter  Jon Herington, Freddie Washington und The Steely Dan Horns¸ die für den typischen Sound sorgen, der längst zum Markenzeichen Fagens geworden ist. Und doch ist diesmal etwas anders. Donald hat angekündigt, es fortan funkiger anzugehen. Er will ein neues Kapitel aufschlagen und hat dementsprechend auch das Artwork seines Covers gewählt: Eine ehemalige Metropole unter Wasser. Friedvoll, magisch, aber eben versunken. Mit seiner Nightfly-Trilogie („The Nightfly“, „Kamikiriad“ und „Morph The Cat“) hat das nicht mehr viel zu tun. Aber Weiterentwicklungen sind gut. Sie gehören zum Alltag eines Künstlers und bringen ihn immer wieder voran.

Man darf schließlich nicht vergessen, dass Donald Fagen schon seit vielen, vielen Jahren auf der Bühne steht. Seit er 1955 zum ersten Mal Chuck Berry auf dem ersten Fernseher der Familie gesehen hat, war es um ihn geschehen. Er fand den Weg zum Modern Jazz, wurde fast schon zum Snob. Mit elf Jahren spielte er bereits auf einem Acrosonic Spinet und gründete nicht lange danach seine erste Band. Doch erst 1968, als Donald zarte 20 war, kam eine entscheidende Begegnung: er traf Walter Becker. Sie liebten beide den Motown und den Jazz, wurden schon bald für erste Schallplattenaufnahmen engagiert. Das war der Stein, der alles ins rollen brachte. Seitdem hat sich viel getan.

Donald Fagen hat Klassiker wie „The Nightfly“ veröffentlicht, mit Künstlern wie Diana Ross zusammengearbeitet, Clubkonzerte organisiert und später mit Becker auch das All New Steely Dan Orchestra ins Leben gerufen. 1996 haben sie gemeinsam am Album „Two Against Nature“ gearbeitet und konnten für dieses Werk vier Grammy-Auszeichnungen einheimsen. Und auch im neuen Jahrtausend sind beide Herren keineswegs müde geworden. Erst im Jahr 2011 sah man Walter Becker und Donald Fagen zusammen mit Keith Carlock, Freddie Washington, Jon Herington, Jim Beard, Michael Leonhart, Walter Weiskopf, Roger Rosenberg und Jim Pugh zusammen auf einer großangelegten Tour durch die USA.

Und jetzt also „Sunken Condos“. Man fragt sich wirklich, wo der Mann die Energie her nimmt.

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a