Kritik | Standing On The Rooftop von „Madeleine Peyroux“

Küstler:
Madeleine Peyroux
Redaktions-Wertung:
Titel:
Standing On The Rooftop
Release:
10. Juni 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

„Ich bin noch dieselbe Sängerin, die ich schon als Teenager war… das heißt: eine Sängerin, die in die Musik hineinwachsen möchte, egal woher sie stammt. Ich denke nicht, dass ich etwas aufgegeben habe. Ich habe vielmehr etwas hinzugefügt“. Mit diesen Worten von Madeleine Peyroux kann man ihr neues und mittlerweise fünftes Album „Standing On The Rooftop“ eigentlich perfekt einleiten, denn es hat sich einiges geändert. Nicht die unverwechselbare Stimme der Amerikanerin, nicht ihre Vorliebe für Chanson-Jazz. Es sind die Klänge und das gesamte musikalische Szenario, das mutiger, teils auch düsterer geworden ist.

Mut zur Hässlichkeit würde es Madeleine nennen, denn sie wollte ganz bewusst unschöne Töne ausprobieren, um ein etwas abenteuerlicheres Album zu gestalten. An ihrer Seite: Produzent Craig Street, der bereits für Künstler wie Norah Jones und die fantastische k.d. Lang tätig war, und ein hochkarätiges Ensemble, bestehend aus Marc Ribot (Gitarre und Banjo), Me’Shell Ndegeocello (Bass), Charley Drayton (Schlagzeug), John Kirby (Keyboard) und Chris Bruce (Gitarre). Sie alle haben bereits für diverse Größen gespielt und haben Madeleine deshalb eine besonders qualitativ hochwertige Begleitung beschert.

Neu waren auch Songwriter David Batteau und Bill Wyman. Beiden war die Sängerin vor knapp zwei Jahren bei einem Jazzfestival über den Weg gelaufen. Wyman war einst Bassist bei den Rolling Stones und von Madeleine so angetan, dass er sie nach London einlud. Dort schrieben sie eine Woche an verschiedenen Songs, tauschten Geschichten aus und steuerten schließlich die Titel “The Kind You Can’t Afford” und “Leaving Home Again” bei. Zwei der wohl stärksten Nummern auf „Standing On The Rooftop“. Nicht vergessen darf man den Opener „Martha My Dear“, dein eigentlich John Lennon und Paul McCartney geschrieben haben.

Das gesamte Album ist ruhig, beinahe schon bedacht. Die 15 Titel starke Tracklist lässt aber dennoch keine Langeweile aufkommen, sondern zeigt nur einmal mehr, welches Facettenreichtum Madeline Peyroux zu bieten hat. Aus der einstigen Straßenmusikerin ist längst eine gestandene und gefeierte Sängerin und Songwriterin geworden, die auch mit ihrem neuesten Album nicht enttäuscht!

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