Kritik | Spirit Fiction von „Ravi Coltrane“

Küstler:
Ravi Coltrane
Redaktions-Wertung:
Titel:
Spirit Fiction
Release:
15. Juni 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Wo Blue Note drauf steht, dort ist auch bester Jazz drin. Dafür steht das er-folgreiche Jazz label, welches sich im Jahr 1939 gegründet hat, schon von Beginn an. Zum ersten mal auf einem Blue Note Album erscheint jetzt der Sa-xofonist Ravi Coltrane mit seinem Blue-Note-Debüt „Spirit Fiction“. Ein Ohren-schmaus bester Güte für alle Jazzliebhaber und solche, die es noch werden wollen. Schließt man die Augen, so findet man sich unweigerlich in einer ver-steckten New Yorker Jazzkneipe wieder, wo Musik noch Handarbeit ist und Charakter hat.

Coltrane wählte für diese Einspielung gleich zwei unterschiedliche Besetzungen. Zum einen ein Quartett (Luis Perdomo: Klavier, Drew Gress: Bass, E.J. Strickland: Schlagzeug) und zum anderen ein Quintett (Ralph Alessi: Trompete, Geri Allen: Klavier, James Genus: Bass, Eric Harland: Schlagzeug). In verschiedenen Stücken stehen sich beide Gruppen als gegensätzliche Parts ge-genüber und erzeugen letztlich doch „eine gewisse Energie und Ganzheitlichkeit“. Für beide Formationen spricht in jedem Fall der feinfühlige Umgang mit der Materie Jazz und die notwendige Professionalität. Jeder der Musik darf sich Herr seines Instrumentes nennen.

„Spirit Fiction ist eine Art abstrakte Redewendung […]. Ich fand auch, dass es eine leise Anspielung ist an die ‚Wissenschaft‘, die in den Auf-nahmen dieses Stückes steckt. Und letztlich bezieht es sich auch auf die Idee, einfach die Vorstellungskraft erfassen zu wollen.“

Das Titelstück auf dem Album inspiriert die Vorstellungskraft allemal. Meint man zunächst den Rhythmus des bekannten Boléro zu erkennen, so hört man wenig später auf dem Klavier gespielte Skalen, die an Schönberg oder außer-europäische musikalische Einflüsse erinnern lassen. Das Spektrum ist also breit gesteckt und lässt Raum, die Vorstellungskraft kreisen zu lassen. Viele weitere musikalische Einflüsse lassen sich nämlich ebenso erkennen.

Wer den Geist der Fiktion erleben möchte, der sollte sich dieses Album nicht entgehen lassen.

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a