Kritik | Selah Sue von „Selah Sue“

Küstler:
Selah Sue
Redaktions-Wertung:
Titel:
Selah Sue
Release:
24. Juni 2011
LeserInnen-Wertung:

Was kommt aus Belgien? Im ersten Moment fallen einem da so Sachen wie leckere Schokolade, König Albert II. und Milow ein. Seit einiger Zeit ist der Staat aber um eine Attraktion reicher, denn die 22-jährige Selah Sue aus Löwen ist zur neuen Soul-Queen aufgestiegen und hat die Charts in ihrer Heimat ordentlich auf den Kopf gestellt. Zu verdanken hat sie das dem bereits erwähnten Milow, denn der hat sie bei einem Wettbewerb entdeckt und sofort erkannt, dass unter der blonden Mähne ein Talent schlummert. Kein Wunder, dass Selah direkt im Vorprogramm seiner Tour spielen durfte.

Sie war auch mit anderen Künstlern unterwegs, bis sie 2009 schließlich ihren verdienten Plattenvertrag unterschreiben konnte. In den belgischen Hitlisten tauchte sie dann (nach einer ersten EP im Jahr 2008) erstmals offiziell im Herbst 2010 auf. Ihre Singles „Raggamuffin“ und „Crazy Vibes“ hatten dabei auch über die Landesgrenzen hinaus Erfolg und nur ein halbes Jahr später war das Debüt-Album „Selah Sue“ fertig. Hierzulande erscheint es am 24. Juni.

Es enthält zwölf Titel, bei denen Selah u.a. von Cee Lo Green unterstützt wird. Ihr Sound ist soulig-jazzig, mit einem Hauch Funk und Reggae, ihre Stimmer erinnert partienweise an Kolleginnen wie Duffy und Amy Winehouse. Selah selbst sagt allerdings, dass sie eher Künstlerinnen wie M.I.A., Lauryn Hill und Erykah Badu als Vorbilder sieht. Und dass sie scheinbar alles richtig macht, zeigen nicht nur ihre Duettpartner und Produzenten wie Farhot oder Patrice, sondern auch die Support-Anfragen, die bei der hübschen Sanne Putseys (so ihr bürgerlicher Name) eingehen. Prince wollte sie nämlich gern bei seiner Show in Antwerpen dabei haben.

Eigentlich benötigt Selah nicht mehr als eine Gitarre. Ihre Stimme ist derart einzigartig, dass sie besonders gut zur Geltung kommt, wenn kein Instrumenten-Arrangement dazwischen funkt. Schon im Booklet zeigt sich, dass die Belgierin deutlich reifer ist, als viele ihrer Altersgenossinnen. Sie drängelt sich nicht in den Vordergrund, sondern wirkt eher bescheiden. Ein Umstand, der sie noch sympathischer macht.

Und um noch etwas zu ihrer Musik zu sagen: Alle zwölf Songs des Debüts lassen sich problemlos durchhören. Sie sind größtenteils ruhig, haben damit aber etwas sehr Lässiges und Entspanntes. Kaum zu glauben, dass dieses Talent erst 22 ist! Mit ihrer erwachsenen, sehr gestandenen Art erinnert sie an Rumer. Bleibt nur zu hoffen, dass ihr der gleiche Erfolg beschieden ist. Die Herzen in Belgien und Frankreich hat sie ja auf jeden Fall schon erobert.

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