Kritik | Salvador von "Céline Rudolph"

Küstler:
Céline Rudolp
Redaktions-Wertung:
Titel:
Salvador
Release:
05. August 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Es scheint, als wäre der französische Chic derzeit angesagter denn je. Ob in der Mode und Literatur („Parisian Chic. A Style Guide by Inès de la Fressange“), beim Film („Midnight in Paris“) oder in der Musik – die „Savoir Vivre“-Lebenskunst scheint momentan jeden zu beflügeln. Deshalb kommt das Album „Salvador“ von Céline Rudolph auch wie gerufen. Es verbindet brasilianische Rhythmen mit französischen, sanften Chansons und ergänzt das Ganze mit deutschen Texten.

Eine Mischung, die so unwiderstehlich ist, dass man glatt glaubt, man würde in einem kleinen Bistro nahe dem Eiffelturm sitzen und bei einem Café au Lait vor sich hin träumen.

Für Céline Rudolph, die deutsch-französische Echo Jazz-Preisträgerin aus Berlin, ein Leichtes. Sie haucht, sie säuselt, sie fantasiert. Sie singt vom „Ticket zum Mond“ („La Muraille De Chine“), einem „Wintergarten“ („Jardin D’Hiver“) oder einer schönen „Aussicht“ („Chambre Avec Vue“) und schwankt dabei zwischen süßer Melancholie und Lautmalerei. Alle Songs für „Salvador“ hat sie dem Franzosen Henri Salvador „entliehen“, neu interpretiert, vielsagend vertextet und im Bossa Nova-Sti kosmopolitisches Leben eingehaucht. Über ihre Musik sagt die Sängerin dabei: „Sie strahlt einen glücklichen Blick auf die Welt aus – auch und besonders für das Schöne, die Poesie. Und das selbst noch in den schwersten, dunkelsten Momenten.“

Die Liebe zu französischen Chansons hat Céline von ihrer Mutter, das Gefühl für Jazz und Bossa Nova von ihrem Vater und ihrer eigenen Neigung. So musste sie gar nicht lange nachdenken, als sie den Vorschlag erhielt, ihr drittes Album dem Chansonnier Salvador zu widmen. Sie flog nach Sao Paulo, wo sie mit dem Bassisten und Produzenten Rodolfo Stroeter zusammenarbeitete, und schließlich davon erfuhr, dass sie den erste Echo Jazz als „Beste Sängerin National“ gewonnen hatte. Ein Freudentaumel, der sicher in die Hingabe zu „Salvador“ mit eingeflossen ist und vielleicht auch ausschlaggebend dafür war, dass Céline sich bewusst für deutsche Texte entschieden hat.

Entstanden ist ein warmer, wohliger Fluss, in dem Text und Klang ganz eins werden. Ein Album für alle, die in diesem Jahr noch nicht dem tristen Alltag entfliehen konnten und auf der Suche nach einem Kurzurlaub sind. Nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen. Denn Céline Rudolph ist seit Anfang Juli auf Tour und bis Februar 2012 mit ihrer Musik unterwegs!

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