Kritik | Nostalgic Vision von „Bruno Böhmer Camacho“

Küstler:
Bruno Böhmer Camacho
Redaktions-Wertung:
Titel:
Nostalgic Vision
Release:
25. Mai 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Pianist, Komponist, fast schon Wunderkind – Bruno Böhmer Camacho gilt mit seinen 25 Jahren und seinen deutsch-kolumbianischen Wurzeln als vielversprechendes Talent und vereint Jazz und Pop am Klavier auf eindrucksvolle Weise. In der lateinamerikanischen Musikszene hat er als Jazzpianist längst einen festen Stand. Mit „Nostalgic Vision“ will er diesen nun auch in Deutschland erreichen. Als Enkel von Angel Maria Camacho y Cano, dem berühmten kolumbianischen Komponisten/Musiker, eine durchaus realistische Mission.

Er bestreitet sie aber nicht allein, sondern gemeinsam mit Juan Camilo Villa (E-Bass) und Rodrigo Villalón (Schlagzeug). Außerdem sind auf „Nostalgic Vision“ zahlreiche Gastmusiker wie Noam Wiesenberg, Massimo Buonanno und Christian Mejia vertreten. In zwölf Titel entspinnt sich so ein feines Netz aus nostalgischen und zugleich wunderschönen Melodien, karibischem Sound und Pop, das mit ausgewählten Stimmen komplettiert wird. Auf dem Album finden sich aber nicht nur Eigenkompositionen, sondern auch zwei Coverversionen: „Fragile“ von Sting und „Poinciana“ von Nat Simon & Buddy Bernier.

Wirft man ein Auge auf die Biografie von Bruno Böhmer Camacho, wird schnell klar, woher dieser junge Pianist seine Motivation nimmt. Bereits mit neun Jahren gründete er ein Jazz-Ensemble namens Latin Sampling, fünf Jahre später gewann er bei „Jugend jazzt“, einem Nachwuchswettbewerb in Bonn, und erhielt schließlich ein Stipendium für die Folkwangschule in Essen. Nachdem er auch hier etliche Preis einheimsen konnte, zog es ihn nach Boston, an die Berklee School of Music.

Was Bruno auszeichnet, ist, dass er bereits während seiner Studentenzeit mit Künstlern wie Stevie Woods oder Cuba Nova zusammengearbeitet und mit seinen jungen Jahren Erfahrungen gesammelt hat, die ihn zu einem unvergleichlichen Musiker machen. Gemeinsam mit dem Bruno Böhmer Camacho Trio hat er bereits 2008 das Album „Herencias“ veröffentlicht, das Latin Jazz auf höchstem Niveau enthält. Bei „Nostalgic Vision“ ist es nicht anders. Die zwölf Titel sind voller Romantik, aber auch voller Kraft. Auf CD wie live ein Erlebnis. Wer sich davon überzeugen will, dem sei die Tournee des Trios im Herbst ans Herz gelegt.

Tourdaten:

09.10.11, Görlitz, Theater Görlitz
23.10.11, Murnau, Kultur- und Tagungszentrum
25.10.11, Hamburg, Cafe Keese
05.11.11, Dresden, Societaetstheater
06.11.11, Ludwigshafen, Philharmonie
07.11.11, Landshut, Salzstadel
08.11.11, Augsburg, Parktheater
12.11.11, Esch/Alzette, Konservatorium
13.11.11, Berlin, Admiralspalast

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