Kritik | Nikki von “Nikki Yanofsky”

Küstler:
Nikki Yanofsky
Redaktions-Wertung:
Titel:
Nikki
Release:
17. September 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Da nicht jeder Deutsche weiß, wer Nikki Yanofsky ist, würde sich auch ihr wunderbares Album „Nikki“ kaum verkaufen lassen, wenn es einem nicht speziell ans Herz gelegt würde. Wer schönen, jungen Damen keinen Jazz zutraut, sollte sich schnell eines Besseren belehren lassen. Nikki Yanofsky hat nicht nur eine angenehm klare Stimme mit Timbre, sondern sie kann auch wundervoll phrasieren und mühelos höhere Töne erreichen. Zu Beginn des Jahres 2010 brachte ARTE eine Reportage über die Geschichte des berühmten Jazzfestivals in Montreux, in der man Nikki Yanofski kurz vorstellte.

Die CD „Nikki“ wird allen gefallen, die Laid-Back Blues und Jazziges mögen und der angejazzten Ballade den Vorzug geben. Nikki Yanofsky kommt aus Kanada und begann bereits im zarten Jugendalter, ihre musikalischen Meriten zu verdichten. Nun hat Produzent Phil Ramone ihr neues Album produziert – und dieses Mal ist es Gott sei Dank nicht so seicht wie bei ihm ansonsten gerne gepflegt. Damit alles unmissverständlich klar ist, sei hier verraten, dass Nikki Jahrgang 1994 ist! Hier haben wir also ein junges, wirklich viel versprechendes Talent vor uns, das einmal zu den ganz Großen gehören könnte, die Jazz und Pop gesanglich gekonnt fusionieren.

Dank Jamie Cullum und anderen hat sich das Jazzige ja wieder als salonfähig erwiesen und schlägt zunehmend auch Menschen in den Bann, die sonst mit Jazz nicht viel anfangen können. Mancher Purist mag es nicht, wenn Jazziges in Richtung Pop verwässert wird – aber Gott sei Dank sind die Geschmäcker verschieden. Was Nikki Yanofsky angeht, darf man stimmliche Klasse, interpretatorische Reife und wunderbare Musik erwarten. Nicht mehr und nicht weniger! Nikki war nicht umsonst eine der jüngsten Sängerinnen, die je bei Verve eine Scheibe einspielte. Man sollte sie nicht ungehört in der Schublade „Musikalische Wunderkinder“ ablegen, sondern unter den musikalischen Ausnahmetalenten einordnen, denen man genügend Zeit zur Reifung lassen muss.

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