Kritik | Mischievous Moon von „Jill Barber“

Küstler:
Jill Barber
Redaktions-Wertung:
Titel:
Mischievous Moon
Release:
25. Januar 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Lust auf ein bisschen Retro? Auf eine kleine Zeitreise in die Ära der Petticoats, Jukeboxen und Doris Days? Dann ist „Mischievous Moon“ von Jill Barber der perfekte Soundtrack.

Die Kanadierin lebt und liebt nostalgischen Pop-Jazz. Ganz ohne falsche Schmolllippen und viel PR. Zurückhaltung und klassische Kompositionen sind eher ihr Ding, weshalb sie auf ihrem neuesten Album jede Menge Instrumente auftauchen lässt: Streicher, Saxofone, Flöten und Bläser. Dazu verspielte Arrangements, hier ein bisschen Zucker, da ein kleines Wimpernklimpern. Zu den Klängen von Tracks wie „Be My Man“ oder „Tenderness“ möchte man wie in „Pleasantville“ an einem malerischen See liegen, Cola und Milchshakes schlürfen, ins Autokino fahren, Händchen halten und charmant erröten.

Wie schafft es diese Musik nur, eine derart beruhigende, schmachtende Ausstrahlung zu haben? Wieso hat man als 80s-Jahrgang diese wunderbar kitschige Zeit verpasst? Und warum kennt hierzulande eigentlich kaum jemand Jill Barber?

Über dem großen Teich ist die Singer-Songwriterin nämlich deutlich erfolgreicher und hat bereits mehrere Alben veröffentlicht. Mit „Mischivious Moon“ fünf um genau zu sein. Ihr Debüt „Oh Heart“ hat ihr direkt den „Female Artist Recording of the Year Award“ eingebracht. Und hört man sich ihren Erstling an, stellt man fest, dass Jill nicht immer die romantische Musik gemacht hat, die sie auf ihrem aktuellen Longplayer zum Besten gibt. Eigentlich ist Folk-Rock ihr Ding. Wäre da nicht diese Leidenschaft für alte, verstaubte Platten und das Kratzen der Nadel des Tonabnehmers in den Rillen.

Hier und heute ist es der smoothe Pop-Jazz, der Jill Barber eine neue Facette verleiht. Und die ist nicht nur für Fans der guten alten Zeit hörenswert, sondern für alle, die es ab und zu mal etwas melancholisch mögen und zumindest gedanklich vielleicht noch mal ihren Abschlussball erleben wollen. Als Abschlussballkönigin oder -könig versteht sich!

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a