Kritik | Just [b] von „Bettina Pohle & Ralf Ruh Trio“

Küstler:
Bettina Pohle & Ralf Ruh Trio
Redaktions-Wertung:
Titel:
Just [b]
Release:
27. Februar 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

„Großes Theater“ denkt man wenn die ersten Klängen des Albums von Bettina Pohle & Ralf Ruh Trio unser Ohr erreicht. Trommelwirbel ohne Ende und ein Klavierspiel was eine flotte Sohle verlangt. Man möchte sie auf der Stelle buchen die vier Musiker, für eine abendliche Gala. Sie liefern jazzige E-Musik, die etwas ernster und gleichzeitig durchaus unterhaltsam ist.

Sie steht gegen einen Baum gelehnt, Bettina Pohle – in einem schicken roten Abendkleid und einer schwarzen Lederjacke darüber. Dieser Gegensatz auf dem Albumcover spiegelt bereits das wider, was uns im Kommenden erwartet: den Gegensatz in der Musik. Heftig und pompös beginnt „Just [b]“ mit „You and the night and the music“. Sogleich folgt mit “Blame it on my Youth” die erste Jazz-Ballade, gefolgt von vielen weiteren. Bettina Pohle singt frech, sicher und erfahren. Und immer wenn man sich entspannt zurück lehnt, beginnt die Musik erneut zu brodeln. Ralf Ruh und seine zwei Bandkollegen untermalen den Gesang der Jazzkünstlerin würdig. Mit Ralf Ruh am Piano, am Bass Lars Gühlcke und an den Drums Peter Horisberger hat sie drei der besten Jazzmusiker Berlins gefunden. Sie sorgen für die Untermalung die eine gute Stimme auf der Bühne hervorhebt. Und so finden wir auch hier den Gegensatz, der sich durch das Album zieht: Auf der einen Seite Bettinas bodenständiger fester Gesang und auf der anderen Seite die flotte Begleitung der Instrumente, vor allem des Klaviers.

Neu aufgelegt wurde „Big Spender“, ursprünglich von Cy Coleman and Dorothy Fields für das Musical „Sweet Charity“ geschrieben und hier in sehr sanfter Weise dargeboten. Auch „Nature Boy“, anfänglich als Popsong und dann immer wieder als Jazzhymne wiedergegeben findet auf diesem Album einen passenden Platz und klingt aus dem Mund von Bettina Pohle, als wäre er für sie geschaffen. Die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Jazzpianisten, Schlagzeuger und Komponisten Ralf Ruh ist durchaus gelungen. Man hört, da ergänzen sich Können und Leidenschaft.

Und wenn man sich wundert für was das Hervorgehobene „b“ in den eckigen Klammern steht, oder die grammatische Erklärung des Verbs. Nun, hier sind der Phantasie wohl keine Grenzen gesetzt. Vielleicht wissen wir einfach durch die Musik was dabei herauskommt, wenn man einfach dem nachgeht für das man steht. Und so denken wir, das [b] steht nicht „nur“ für Bettina und ihre musikalischen Kameraden. Es möchte auch ausdrücken, dass man einfach so sein sollte wie man ist, sich keine Gedanken darüber macht und eben einfach nur IST.

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