Kritik | Black Orchid von „Malia“

Küstler:
Malia
Redaktions-Wertung:
Titel:
Black Orchid
Release:
13. Januar 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Bei dem Wort Cover-Album verdrehen inzwischen viele Musikfans genervt die Augen. Ganz das Gegenteil ist ein Tribute-Album wie “Black Orchid“ von der Sängerin Malia. Ihr neuestes Werk ist ganz und gar ihrem 2003 verstorbenen Idol Nina Simone gewidmet. Nina Simone war eine Sängerin und Pianistin aus den amerikanischen Süd-Staaten, die hauptsächlich die Stilrichtung “Black Classical Music“ spielte. Wie viele andere Künstler dieser Zeit verabscheute die 1933 geborene Nina Simone den Begriff Jazz, da er für die meisten weißen Amerikaner ein Synonym für Dreck oder schwarz war. So konnte sie auch ihre Ausbildung vermutlich wegen rassistischer Vorurteile nicht wie gewünscht am Curtis Institute of Music in Philadelphia beenden, sondern kam über eine Stelle als Klavierlehrerin zum Gesang. Ende der 1950er Jahre begann ihr Aufstieg zur, wie ihre Fans sie nannten, Hohepriesterin des Soul. Zudem war sie eine aktive Unterstützerin der Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King und schrieb viele Titel über Rassismus, die voll waren von Wut und Kraft.

Malia als Kind einer schwarzen Mutter und eines weißen Vaters wuchs als gemischtrassiges Kind in der britischen Kolonie Malawi auf. Ihre Kindheit war geprägt von eben diesem Rassismus und der familiären Abschottung nach außen. Dies änderte sich erst, als Malia mit 14 Jahren gemeinsam mit ihren Eltern nach London zog. Dort arbeitete sie später in einem Jazz-Restaurant und kam mit dieser Art Musik in Kontakt, die sie seitdem nicht mehr los lässt. Vor “Black Orchid“ veröffentlichte sie von 2002 bis 2007 bereits die drei Alben “Yellow Daffodils“, “ Echoes Of Dreams“ und “ Young Bones“, die bei den Kritikern hervorragend ankamen.

Die Songs von “Black Orchid“ bewahren einerseits die ursprünglichen Melodien von Nina Simone. Andererseits interpretiert Malia die Songs durch ihre eigene Sichtweise neu und haucht ihnen so ein zweites Mal Leben ein. Das gefühlvolle Balladenalbum beginnt mit “My Baby Just Cares For Me“. Darin drückt Malia das Gefühl aus, wie es ist, geliebt zu werden. “Don’t Explain“ geht ebenso wie “Baltimore“ mit seiner Intensität extrem unter die Haut und verursacht einfach nur Gänsehaut. Ein Welthit von Nina Simone war “Feeling Good“, von dem es außer hier von Malia auch noch weitere Cover-Versionen gibt wie etwa die von Michael Buble. Die Erfahrung von schwarzen Frauen in der Welt der Weißen erzählt “Four Women“. Weitere Highlights des Albums sind “If You Go Away“ und “Wild Is The Wind”.

Das zu keiner Zeit laute Album “Black Orchid“ transportiert eine Melancholie und teilweise auch eine leichte Schwermütigkeit, die perfekt für kalte Wintertage ist, um es sich bei dieser Musik vor dem brennenden Kamin gemütlich zu machen.

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