Kritik | Beauty of the Night von „Meeco“

Küstler:
Meeco
Redaktions-Wertung:
Titel:
Beauty of the Night
Release:
20. April 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Die Nacht hat viele Gesichter. Ein paar davon lässt der junge Pianist und Produzent Meeco romantisch, vielseitig und einzigartig  auf seinem Album „Beauty of the Night“ besingen und zieht uns damit in den Bann der musikalischen Magie. Um das zu erreichen hat der Meister der leisen Töne ein feines Händchen bei der Auswahl der passenden Vocals bewiesen: Zu hören sind neben prominenten Veteranen wie Buster Williams, Hubert Laws, Eddie Henderson, Benny Golson und Victor Lewis auch Stefon Harris, Lionel Loueke, Romero Lubambo, Zé Manoel und Jaques Morelenbaum. Sie alle sind der Studio-Einladung von Meeco gefolgt.

Der hat bei den Aufnahmen eine ganz klare Devise verfolgt: jeder Song wird gemeinsam live eingespielt. Es gibt keine Overdubs und keine Proben. „Wenn du ein Stück zu oft spielst, schleicht sich Routine ein. Die Magie geht verloren. Ich möchte dieses frische Element erhalten. […] Im Studio skizziere ich dann, wie ich mir die Struktur des Stücks vorstelle: Tempi, Pausen, Lautstärke etc. Bei der ersten Aufnahme gibt es manchmal noch Unsicherheiten. Aber die zweite oder dritte sitzt in der Regel“, so Meeco.

Mit bürgerlichem Namen heißt der Musiker übrigens Michael Christian Maier. Er stammt aus Berlin, lebt aber in Paris. Bevor er zum Jazz fand, war er in einem ganz anderen Genre tätig: R&B und HipHop. Hier war er aber schnell frustriert und auch nicht erfüllt, weshalb er die Seiten wechselte und 2009 sein Debüt „Amargo Mel“ veröffentlichte. 2010 folgte „Perfume e Caricias” und 2012 legt Meeco mit der Doppel-Cd „Beauty Of The Night“ nun seine dritte Arbeit vor.

Mit 35 Jahren ist er im Jazz noch recht jung, seine Kollegen, die teils auch weit über die 70 sind, loben ihn aber in den höchsten Tönen und zeigen sich beeindruckt von seinen Ideen und deren Umsetzung. Seine zarte Erfahrung macht Meeco mit Professionalität, Sensibilität und Respekt wett. Und er weiß sich auch zurückzunehmen. „Ich möchte Musik machen. Dabei geht es nicht um meine Person. Sonst könnte ich auch selber Klavier spielen und irgendwelche Prominente dazu holen. Es geht mir darum, meine musikalischen Visionen und Träume zu verwirklichen“, erklärt Meeco.

Bei „Beauty Of The Night“ ist ihm das definitiv gelungen. Sein drittes Album ist vor wenigen Tagen als Doppel-Cd im Digipack erschienen und enthält neben einer CD mit Remixen von Meister & Meister auch ein 52-seitiges Booklet. Im Gesamten also eine tolle Kollektion für alle Jazz-Liebhaber!

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