Kritik | Aventureiro von „Jürgen Attig“

Küstler:
Jürgen Attig
Redaktions-Wertung:
Titel:
Aventureiro
Release:
23. März 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Spannender Südsee-Jazz!

Ob sich Jürgen Attig nicht für einen Musikstil entscheiden konnte als er sein neues Album „Aventureiro“ aufnahm? Der international anerkannte Bassist hat ein muskalisches Werk geschaffen bei dem man erstaunt mitschwingt und sich bei jedem Stück fragt was als nächstes zusammen klingt.

An sich ist die Grundrichtung des Jazz klar erkennbar, und die Einwirkungen lateinamerikanischer Klänge unumstritten. Doch was man dazwischen zu hören bekommt ist alles andere als Mainstream und entzückt das Ohr des Musikliebhabers. Wir lauschen Instrumenten von denen wir nicht wissen woher sie kommen und hören sprachliche Passagen die wir nicht übersetzen können. Aber es gefällt. Asiatische Glockenklänge, Ureinwohnergesang, Sythesizermix und viele andere ferne Einflüsse schwingen sich von Lied zu Lied und machen ein Stück faszinierender als das andere. Es wird viel getrommelt, manchmal haucht die wilde einsame Mundharmonika ins Mikro um dann beim nächsten Takt den Hörer wieder in eine völlig anderen Klangwelt zu katapultieren.

Während man bei „Aventureiro“ herrlich in der Sonne chillen kann, wird man bei The Pan Handler“ mit feinem Merengue versorgt und kann bei „Da Wail“ in´s Raggae-Feeling eintauchen. Südsee-Zauber auf Jazz! Immer die Bassgitarre im Hintergrund, die das ganze abrundet und das Album zu einem lebhaften, mit Saxophon verzierten, Jazz-Werk macht. Man könnte den Stil eigentlich als Jamaica-Jazz betiteln.

Von House-Projekten mit Mouse T, über die NDR Big Band, mit der er ein Jaco Pastorius Programm umsetzte, bis hin zu Jazz-Ikonen wie Buddy de Franco und James Moody. Jürgen Attig bleibt kunterbunt und vielseitig. Der Erfahrungsschatz des Weltenbummlers macht sein Debütalbum zu etwas einzigartigem. Unterstützt wurde der Bassist von Gästen wie dem begnadeten R&B-Sänger Raul Midon, dem Brasilianer Ronaldo Nascimento, dem Blues-Mundharmonika-Spieler Johnny de Orleans oder dem umtriebigen Jazz-Gitarristen Leo Quintero. Die afrikanischen, karibischen und lateinamerikanischen Klänge und der Jazz- und Blueseinsatz geben ein Album mit bissiger Weltmusik her. Sehr perkussiv und spannend. Passt einfach zu den ersten Sommertagen. Bitte unbedingt mal reinhören!

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