Imperial Blaze von „Sean Paul“

Küstler:
Sean Paul
Redaktions-Wertung:
Titel:
Imperial Blaze
Release:
14. August 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

sean-paul-imperial-blaze-cd-bewertungen-deLange war von Sean Paul nichts mehr zu hören, jetzt ist er wieder zurück, um mit seinem neuen Album „Imperial Blaze“ sein Königreich, die Dancefloors dieses Planeten, wieder zum Brennen zu bringen. Sein letztes Werk „The Trinity“ liegt tatsächlich schon fast vier Jahre zurück, da stellt man sich natürlich die Frage, ob Sean trotz der Pause wieder an alte Erfolge anknüpfen kann. Im Gegensatz zu den Vorgängern hat Sean Paul für „Imperial Blaze“ keine Gäste eingeladen, sondern performt jeden Song alleine. In der aktuelle Black Music Szene sicher fast schon eine Ausnahme, aber es zeugt auch von Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigene Qualität.

Nach einem kurzen Eröffnungssong namens „Lace It“, der dank hohem Tempo und schneller Claps die Stimmung schon etwas aufheizt, kommt der Hörer sofort darauf in den Genuß der Hitsingle „So Fine“. Hier präsentiert sich Sean Paul wie eh und je, sprich hart schmetternder Beat, der den Staub aus den Boxen pustet, dazu sofort eingängige Rhythmen und dazu kommen wie so oft seine an die Ladies gerichteten Lyrics. So lieben wir ihn, so klappt es auch im Jahr 2009. Auch die etwas romantischere Seite kommt nicht zu kurz und so zeigt Sean auf dem melodischen, teils mit freaky Synthie Sounds ausgestatteten „Now That I’ve Got Your Love“, dass er nicht nur als Macho auftreten kann.

„Press It Up“ klingt vom Namen her schon gleich wieder nach einem Burner für die Clubs und tatsächlich ist es auch einer. Lyrisch darf man hier nicht viel mehr erwarten als ein paar Tanzanweisungen, doch mehr benötigt es auch nicht, um aus diesem peitschenden Beatgewitter einen weiteren Hit zu machen. Dass Sean Paul sich nicht nur auf Dancehall, sondern auch ein bisschen in Sachen Reggae versteht, zeigt er uns mit „Hold My Hand“. Ein wunderschöner, sehr emotionaler Lovesong, der im Gegensatz zu vielen anderen Tracks auf diesem Album eher schlicht rüberkommt, da die elektronischen Komponenten deutlich reduziert und auf akustische Instrumente gesetzt wurde, die einen entspannten Reggae Vibe hervorrufen und mit einer Glanzleistung von Sean Paul zu einem der Highlights des Albums verschmelzen. Um nicht zu sehr auf die softe Schiene zu geraten, wurde danach der Synthesizer wieder ordentlich aufgedreht und mit „She Want Me“ und „Daddy’s Home“ zwei mächtige Dance Nummern geschmiedet, die dem Albumtitel „Imperial Blaze“ mehr als gerecht werden.

Rhythmische, dennoch nicht zu dominante Drums bestimmen den Sound von „Pepperpot“, dazu kommt noch eine gelegentlich einsetzende Akustikgitarre, was einen entspannten Touch von Lagerfeueratmosphäre am Strand hervorruft und uns so ein bisschen in Sean’s Heimat Jamaika versetzt. Es wirkt fast schon wie ein sich wiederholendes Konzept, dass nach diesem ruhigeren Lied die darauffolgenden sich wieder mehr dem höheren Tempo und den kräftigeren Bässen widmet, was natürlich dafür sorgt, dass es nicht eintönig wird, dafür wirkt es aber auch ein bisschen einfallslos. Ähnlich zieht es sich hin bis zum Schluss – Dancehall Kracher gepaart mit chilligen Titeln. Hervorzuheben wäre hier noch ganz besonders „Straight From The Heart“, ein Song, den Sean Paul seiner Mutter gewidmet hat, dementsprechend wirklich von Herzen kommt und trotz eines Instrumentals, das eher an Urlaub erinnert, nichts an Emotion und Gefühl einbüßt, spätestens wenn Sean den Refrain schmettert, weiß man, was die Stunde geschlagen hat. Den Ausklang findet „Imperial Blaze“, wie könnte es auch anders sein, mit einem erneut kraftvoll hämmernden Smash namens „I Know U Like It“.

„Imperial Blaze“ dürfte Sean Paul’s Fans erneut in Verzückung versetzen, denn der mittlerweile 36-Jährige hat nichts verlernt. Allerdings muss man auch anmerken, dass sich seine Entwicklung in Grenzen hält. Es wirkt zwar alles souveräner und nicht mehr so verspielt wie zuvor, das ein oder andere Experiment, das die gewohnten Gefilde mal verlässt, wäre jedoch auch einmal wünschenswert gewesen. Insgesamt ein Album, das den Sommer noch einmal so richtig aufkommen lässt und sich sicher in jeder Sammlung eines Dancehall Liebhabers sehr gut macht.

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