Cosita Buena von „Orishas“

Küstler:
Orishas
Redaktions-Wertung:
Titel:
Cosita Buena
Release:
30. Mai 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

cosita-buena-cd-bewertungende1Nach über drei Jahren kehren die Orishas mit ihrem bereits vierten Album „cosita buena“ zurück. Bei uns ja eher unbekannt, bekamen sie 2007 durch ihre Single „hay un son“ endlich die Aufmerksamkeit, die sie zweifelsohne verdienen. Für den Vorgänger „el kilo“ gab es ja einiges an Kritik, da es fast nur schnelle und feurige Salsa-Songs gab. Man nahm sich das zu Herzen und produzierte eine Platte, die aus einer Mischung aus entspannten Latino-Rhythmen und tanzbaren, von Conga geprägten Songs besteht. Wie auch beim letzten Album darf man hier keine música de la calle, also lyrisch härteres Material wie es noch auf den ersten zwei Platten der Fall war, erwarten, dennoch kommt der Hörspaß keinesfalls zu kurz – im Gegenteil.

Wer die erste Single „bruja“ kennt, der kann sich ungefähr den Beginn von „cosita buena“ vorstellen. Bei den ersten drei Tracks „cosita buena“, „maní“ und dem angesprochenen „bruja“ handelt es sich um eher mittelschnelle Songs, die das entspannte cubanische Lebensgefühl in unsere CD-Player zaubern und sowohl durch Hip Hop-Elemente wie rhythmische Beats und Scratches, als auch durch mitreißende Instrumente wie Trompeten, Violinen, Gitarren oder Posaunen. Die Raps von Yotuel und Ruzzo kommen dabei wie immer schnell und souverän, i-Tüpfelchen ist jedoch wie gewohnt Frontmann Roldan mit seinem einmaligen Gesang. Mit „camina“ wird man in ein kleines cubanisches Café versetzt. Ein schneller, von Gitarren und Bläsern begleiteter Song, der sich zum Tanzen eignet, aber durch seine unaufdringliche Art auch zum entspannten Fußwippen auf dem Clubsessel hervorragend geeignet ist.

Ein richtiges Salsa-Feuerwerk zünden die Orishas mit „guajira“. Bei diesen ganzen Instrumenten, Grooves und Rhythmen kann man eigentlich gar nicht mehr still sitzen und wird förmlich gezwungen sich dazu zu bewegen. Besonders Roldan’s Gesang sticht hier wieder heraus, doch auch seine beiden Kollegen lassen sich nicht lumpen und zeigen sich lyrisch so heiß wie das Instrumental. Was an „cosita buena“ besonders herauszuheben ist, ist die viele Abwechslung. Die war nämlich das letzte Mal auf ihrem Debüt „a lo cubano“ so hoch wie hier. Im Gegensatz zu „guajira“ wäre der nächste Song „borrón“ eher langsam und behäbig, bekommt durch seine tiefen Bassschläge, die Gitarre und Trompeten jedoch seine gewisse Würze und Emotion und mach schlicht und einfach Spaß. Das ist Lebensgefühl und gute Laune auf Platte gepresst. Highlight dieses großartigen Albums ist glasklar „mírame“. Es ist von der schnelleren Sorte, ist aufgrund der wieder sehr zahlreichen akustischen Instrumente und Roldan’s traumhaften Refrain aber auch sehr gefühlvoll und geht unter die Haut – Musik wie sie nur wenige können.

Ungewohnt rockig und hart zeigen sich die drei Cubaner auf „machete“, das noch etwas an ihre Anfangszeit erinnert. Hart und kraftvoll dröhnen die E-Gitarrenriffs, die durch Geigen verfeinert werden und eine gewisse Dramatik bekommen. Natürlich stehen hier Ruzzo und Yotuel mit ihren Raps im Vordergrund und kommen auch ohne ihren Frontmann, der hauptsächlich durch seinen Refrain auffällt, zurecht. Gegen Ende von „cosita buena“ widmet sich der Sound der Conga. Den Anfang macht das wirklich klasse gewordene „publico“, dass ähnlich wie „guajira“ durch seine Klänge und Rhythmen zur Droge für die Ohren wird und einem sofort in Mark und Bein übergeht. Ähnliches gilt für die letzten beiden Songs „melodías“ und „hip hop conga“, die ihren Namen alle Ehre machen und wieder sowohl zum Tanzen als auch zum begeisterten Anhören nützlich sind.

Mit „cosita buena“ haben die Orishas sämtliche Erwartungen erfüllt bzw. sogar eher übertroffen. Weder die schnelle, noch die etwas entspanntere und gefühlvollere Seite kommt zu kurz, wodurch ein abwechslungsreiches Gesamtkonzept entsteht. Musikalisch wirken die drei reifer als auf den Vorgängern, was die Qualität noch etwas steigert und man dieses Album als ihr bestes seit „a lo cubano“ bezeichnen kann. Wer sich also Cuba und sein Lebensgefühl nach Hause holen will bzw. auf Latino-Musik und die Orishas steht oder einfach eine Platte für den Sommer und die nächste Beach-Party sucht, liegt mit „cosita buena“ goldrichtig.

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