Kritik | Chilled House Session 2

House-Compilations sind immer so eine Sache. Meist stecken sie voller Songs, die man bereits in- und auswendig kennt, und werden damit zu einer Aneinanderreihung etwas dröger Titel. Nicht so bei „Chilled House Session 2“. Die Doppel-CDs stammt schließlich aus dem britischen Hause ‚Ministry of Sound‘ und das hat einen Ruf zu verlieren. Seit dem 11. März steht die Compilation in den Läden und zwingt uns mit 40 Tracks den Frühling in die Ohren. Wobei zwingen etwas übertrieben ist. Wer sich nach dem Erfolg von “The Chilled House Session” im vergangenen Jahr nicht freiwillig darauf einlässt, ist selbst schuld.

Die „Chilled House Session 2“ beginnt nämlich direkt wieder mit jeder Menge Krachern und dem Opener „Niton“ des Schweden Eric Prydz. Dass der es drauf hat, dürfte die Welt spätestens seit 2004 wissen. Sein Song „Call on Me“ und das dazugehörige Video sind schließlich mehr als legendär. Doch auch seine weiteren Singles „Woz Not Woz“ oder „Pjanoo“ haben die Tanzflächen gefüllt, wenn sie auch in den Charts nichts ganz so erfolgreich waren. Mit „Niton (The Reason)“ liefert Prydz jetzt wieder einen absolut fantastischen Ohrwurm, der die Compilation perfekt eröffnet.

Und es geht nicht minder gut weiter, denn auch „Move For Me“ von Kaskade & Deadmau5, „Summer“ von Michael Cassette und Adam K & Soha  mit „Twilight“ können sich hören lassen. Die Reihenfolge ist stimmig und die 20 Titel der ersten CD gehen so nahtlos ineinander über, dass man gar nicht mitbekommt, wie schnell die Laufzeit rum ist. Im Vergleich zu CD 1 zeigt sich CD 2 etwas weniger „kommerziell“. Hier stehen weniger die Vocals im Vordergrund als vielmehr die etwas „underground-lastigen“ Deep House-Remixe von Henrik Schwarz, Sam La More oder Andre Lodemon. Songs wie „Walking On A Dream“, „Love Saves The Day“ und “Another World” zeigen sich somit mal von einer etwas anderen Seite und dürften allen, die es nicht ganz so housig mögen, zusagen.

Grundsätzlich bieten aber beide CDs genügend Abwechslung und enthalten eigentlich keinen einzigen Songs, der aus dem Rahmen fällt. Alles ist ohrenschmeichelnd aufeinander abgestimmt, einige Titel kennt man, andere sind völlig neu. Einzig der Empire of the Sun-Track am Ende der zweiten CD ist etwas unglücklich gewählt, da er den Zuhörer ein wenig aus seiner Tiefenentspannung reißt. Für den Frühling und den kommenden Sommer ist die „Chilled House Session 2“ aber dennoch eine lohnenswerte Anschaffung. Nicht nur zum Entspannen, sondern auch für alle anderen Aktivitäten, bei denen man musikalisch gern stimmungsvoll unterhalten wird.

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