Word Pimpin 2 – We Don’t Need You von „Keak Da Sneak, Baby-S, Q-Z“

Küstler:
Keak Da Sneak, Baby-S, Q-Z
Redaktions-Wertung:
Titel:
Word Pimpin 2 - We Don't Need You
Release:
13. Februar 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

word-pimpin-2-we-dont-need-you-cd-bewertungendeEine Karriere von 15 Jahren bei einem Alter von gerade einmal 31 Lenzen haben nur die Wenigsten vorzuweisen, Kead Da Sneak ist einer davon. Das Ex-Mitglied der Legendären Crew 3x Krazy hat nun schon sage und schreibe 16 Solo-Alben vorzuweisen, von den ganzen Kollabos ganz zu schweigen. Eine aktuelle gibt es nun mit „Word Pimpin 2 – We Don’t Need You“, bei der Keak mit seinem großen Namen etwas Aufmerksamkeit für seine Buddies Baby S und Q-Z, auch als Q-Zero bekannt, sorgt und so gleich etwas Werbung für deren bald erscheinende Werke macht. Stolze 20 Songs bietet das Album der drei, verzichtet dabei komplett auf Intro und Interludes, die Gäste sind zwar äußerst übersichtlich, dafür mit Snoop Dogg und E-40 umso namhafter. Erwarten darf man einen Mix aus Hyphy, entspanntem Westküsten-Sound und sogar ein paar Funk-Elemente lassen sich finden.

Was den Künstlern der West Coast ja gerne vorgeworfen wird ist, dass ihre Musik so langsam ihr Gesicht, sprich eigenen Style verliert. Dem entgegenwirkend kommt der erste Track „Monster Words“ aus dem Subwoofer mit mächtig Dampf, Claps und selbstbewussten Melodien aus der Elektronik, klingt fast schon ein bisschen so, als stamme es von einem The Game-Album. Was hier schon sofort auffällt ist, dass die noch unbekannten Baby S und Q-Z dem wesentlich bekannteren Keak reimtechnisch doch um Längen voraus sind. Ein paar Hyhpy-Sounds kommen bei „Don’t Take It Personal“ zum Tragen, allerdings beschränken sich diese auf einen recht freshen Piepton, ansonsten bestimmen ein ruhiges Klavierspiel und ein entspannter Beat diesen chilligen Smash. Nach dem wieder schnelleren und harten „Get Your U On“ wird der eigentlich recht gute Beginn von „Word Pimpin 2“ etwas getrübt, denn das äußerst nervenaufreibende „Cali Hyphy“ und das leicht R’n’B mäßige, allerdings unspektakuläre „Cali Girls“ lassen keinen großen Hörgenuss aufkommen.

„Do It Right“ lässt dagegen die Sonne Kaliforniens aus dem CD-Player scheinen. Entspannte Grooves und funky Klänge, sowie relaxte Rhymes und ein bisschen Gesang verleiten zum Zurücklehnen, da stört nicht mal Keak’s ungestümes Vorgehen am Mic. Das wohl größte Highlight des Albums dürfte „I Choose You“ sein. Sofort nach ein paar Sekunden wird einem dieser Track bekannt vorkommen. Und das Ganze hat auch einen Grund. Das Instrumental wurde fast 1:1 von dem UGK Hit „Int’l Players Anthem“ aus 2007 übernommen, geht daher genauso in Mark und Bein über, was dem Meer an Bläsern, Frauengesängen und Funk-Elementen zu verdanken ist. Ganz so gut wie UGK und OutKast bekommt es das Trio aus Oakland zwar nicht hin, dennoch sehr hörenswert. Leider fehlt es vielen Songs des Album an einem solchen Charakter. Größere Ausfälle liefert die Scheibe zwar keine, dafür ordentliche Tracks wie die entspannte G-Funk Nummer „Jello & Chopsticks“ oder dem dunkleren Hyphy-Synthie-Brett „Inner City Street Life“, bei denen Q-Z und Baby S erneut eine deutlich bessere Figur machen als Keak Da Sneak.

Das in einem Mix aus maskulinen Streichern mit etwas Gesang und Funk im Refrain gebettete „Stack High“ reiht sich nahtlos in die gelungenen, jedoch nicht herausragenden Lieder ein, bevor man mit dem sehr abgefahrenen, sehr elektrischen und auch sehr basshaltigen „This Way I Get It“ einen Song der Kategorie Geschmackssache vorfindet. Titeltrack „We Don’t Need You“ kommt schwerfällig, mit langsamen und treibenden Beats um die Ecke. Die Rhymes dazu sind natürlich überdurchschnittlich selbstbewusst, wie es sich gehört, damit lässt sich die Eintönigkeit jedoch keineswegs vertuschen. Leider zieht sich das mit dem nicht all zu abwechslungsreichen Sound über auch über die nächsten zwei Stücke fort, erst das etwas dramatisch anmaßende „What It Is“ schlägt etwas neue Wege ein. Durch eine fast schon unangenehme Kombination von Piano und Violinen sowie dezent gehaltene Synthesizer-Effekte kommt hier eine friedhofsartige Stimmung auf, in der die drei richtig aufzugehen scheinen und einen ihrer besten Tracks abliefern.

Das Ende der Platte wird mit einem Großen Namen eingeleitet, nämlich keinem geringeren als Snoop Dogg. Der Doggfather gibt sich auf dem „Do It Right“ Remix, der insgesamt etwas entspannter und melodischer, also rein vom Sound her noch besser als das Original rüberkommt. Snoop zeigt sich auf diesem wirklich großartigen West Coast Beat in absoluter Bestform und flowt so locker wie selten zur Zeit, doch auch Baby S und Q-Z stehen ihm in nicht viel nach, lediglich Keak Da Sneak sticht da etwas negativ hervor. Einen zweiten Remix mit einem weiteren Veteran des Westens findet man mit dem zu „Get Your U On“, welches E-40 featured. Hier unterscheidet sich die Produktion doch nicht hörbar von der ursprünglichen Version, lediglich die Vocals wurden um etwas Gesang und natürlich den Auftritt von E-40 ausgebaut. Dies war es dann mit dem offiziellen „Word Pimpin 2“, als Bonus bekommt man allerdings noch zwei Songs von den Alben „Crenshaw And Slauson“ von Baby S und „Back To Life“ von Keak und San Quinn. Man will ja schließlich auch ein wenig Werbung für weitere Releases machen, was besonders mit dem gefühlvollen Track von Baby S sehr gut gelingt.

Über eines kann man sich bei diesem Album definitiv nicht beschweren: Quantität, denn in diesem Umfang liefern heute nur noch wenige eine Platte ab. Allerdings leidet die Qualität etwas. Ausfälle gibt‘s es eigentlich nur sehr wenige, die nicht wirklich stören. Dafür fällt jedoch auf, dass ein Teil der Tracklist eher unspektakulär und mit geringem Wiedererkennungswert gehalten ist, was das Gesamtbild doch sehr langatmig erscheinen lässt. Insgesamt ist „Word Pimpin 2“ eine gelungene Vorstellung von Baby S und Q-Z, die sicher nicht bei jedem im Regal stehen muss, für Interessierte der aktuellen Geschehnisse an der West Coast jedoch zu empfehlen ist.

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