Welcome To Scokland von „Keak Da Sneak & San Quinn“

Küstler:
Keak Da Sneak & San Quinn
Redaktions-Wertung:
Titel:
Welcome To Scokland
Release:
13. Februar 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:

welcome-to-scokland-cd-bewertungendeWenn man Keak Da Sneak Strategic Planning For Schools und San Quinn eines nicht vorwerfen kann, dann das sie faul auf ihrem Hintern sitzen. Gerade im letzten Jahr waren die beiden sehr aktiv, produzierten je ein Solo- und ein Kollaborationsalbum. Nun machen die beiden Bay Area Veteranen aus Oakland und San Francisco gemeinsame Sache und leiten das neue Jahr mit „Welcome To Scokland“ ein. Viel Wert gelegt wurde bei dieser Platte auf einen ausgewogenen Mix aus R’n’B angehauchten und entspannten Songs mit etwas härteren, teils aggressiveren Tracks. Produziert wurde das Ganze hauptsächlich von Baby S, der auch als Feature mit eingreift, aber auch Hollywood, Chops, Cosmo, Insane oder Matt Blaque hatten ihre Hände an Mikro bzw. Mischpult.

Der Beititel des Albums „Town Business City Situation, City Business Town Situation“ wird uns im Intro von Lil‘ Quinn, dem Sohn San Quinns, etwas näher erläutert, nebenbei macht er noch gleich etwas Werbung für sein bald erscheinendes Album „Children Of The Future“. Richtig los geht es dann mit dem Titelsong „Welcome To Scokland“, was in bombastischer Manier geschieht. Ein Gewitter aus freshen Synthesizer-Melodien gepaart mit Beckenschlägen, die fast schon das Flair einer Parade aufkommen lassen, was durch heroische Hintergrundgesänge noch verstärkt wird, begleiten die beiden Anfang 30-iger bei ihren Rhymes. Was hier gleich auffällt ist, dass Keak, der ja noch nie dafür bekannt war einen besonders eleganten Reimstil zu haben, sich hier wesentlich mehr ins Zeug legt als noch in der Vergangenheit, auch wenn er San natürlich lange nicht das Wasser reichen kann. Dem folgen mit „Blue Dolphin“ und „Hot ‚N Cool“ eine verrückt durchgefunkte Nummer und ein Hyphy Track.

Beim Letztgenannten dreht sich die Thematik zwar nicht mehr um als das Protzen mit seiner Karre, aber man muss ja schließlich auch mal zeigen was man hat. Die geschieht über tiefe Kickbeats, denen Crunk ähnliche Sounds hinzu gefügt wurden, was zu einer Kombination führt, die die Boxen doch etwas belasten dürfte. Komplett anders ist da die Lead-Single „She Fine“, die mit seichten Pianoklängen und mächtig R’n’B-Charakter auf einen zukommt. Keak’s raues Organ wirkt hier nicht zu 100% richtig am Platz, das machen San Quinn mit seinem lässigen Flow und Feature Matt Blaque mit smoothem Gesang jedoch wieder wett. „Hollarin'“ (feat. Lazareth) fährt erneut mit Tiefem und eher minimalistischem Bass auf, dazu dicke Töne aus der Elektronik, wenn es in Richtung Refrain geht – Hyphy pur! Wer es etwas ernster mag, ist bei „Marinated Game Profane Slang“ an der richtigen Adresse. Zunächst ist man von Keak Da Sneak’s engagierter Performance etwas überrascht, dann genießt man sie in Zusammenhang mit dem doch etwas dunkleren Charakter des Instrumentals.

Richtig düster hingegen geht es bei „Wanna See“ zur Sache. Hier zeigt San Quinn mal das ganze Potential, das in ihm steckt, perfekt unterlegt mit monströsem Bass und bedrückend fidelnden Violinen. San rappt hier wirklich wie am Fließband, da kommt Keak nicht ganz mit, Feature Lazareth bringt mit seinem Refrain eine kleine Verschnaufspause für den Hörer. Ganz im Stile des Wu-Tang Klassikers „C.R.E.A.M.“ ist „C.A.S.H.“ gehalten, da verwundert es auch nicht, dass die selben Lyrics im Hook verwendet werden. Insgesamt ein sowohl dynamisches, als auch gefühlvolles und nachdenkliches Lied, das definitiv mit zu den besten der Platte zählt. Generell ist dieser Teil des Albums ernster und teilweise auch etwas härter gestaltet. So weiß auch die traurige Chops-Produktion „Streets Don’t Lie“ zu gefallen, genau wie „We Can Bubble Up“ zusammen mit Sängerin Dai Renee. Richtig emotional werden die zwei Rapper aus Kalifornien mit „Comfortably Numb“. Über eine Kombination aus Schlagzeug und Klavier erzählenuns die beiden über die Missstände ihrer Heimat, was schon sehr berührt, wenn im Refrain dann noch krachende E-Gitarrenriffs hinzukommen, artet das Ganze zum sowohl lyrischen als auch musikalischen Highlight von „Welcome To Scokland“ aus.

Die nun beginnenden Endphase wird mit dem Lovesong „Fool 4 U“ eingeleitet. Produziert wurde dieses doch recht chillige Stück von Baby S, der auch gleich noch den Refrain eingesungen hat und so den smoothen Gegenpart zu den Rhymes der beiden darstellt. Fast das selbe Konzept gilt beim darauffolgenden „Too Much“: angenehm melodischen Produktion und Gesang von Baby S, Verse von San Quinn und Keak Da Sneak – eine Kombination, die man sich ruhige öfter anhören kann. Zum gelungenen Ausklang bekommt man mit „Da Hood In Me“ einen Song geboten, der etwas an den Synthie-Pop der 80er erinnert, zwar recht flott ist, dennoch zum Relaxen verleitet. Da kann der Closer „Cannons On The Blocks“ leider nicht ganz mithalten und zählt insgesamt zu den recht wenig vorhandenen mittelmäßigen Songs der Platte.

San Quinn lies es mit seinen guten Leistungen aus 2008 schon fast erahnen: auch diese Scheibe gelang ihm mal wieder. Auch wenn Keak Da Sneak schon fast Kultstatus genießt, muss man auch hier wieder sagen, dass er kein wirklich großer Rapper ist, dennoch gelingt es ihm auf „Welcome To Scokland“ mit Engagement am Mic, dass man ihm das gerne verzeiht. Wer den aktuellen West Coast Sound aus der Bay Area mag, wird an diesem Album definitiv gefallen finden und dürfte sich freuen, das für 2009 noch ein Nachfolger geplant ist.

Strategic Planning For Schools

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