Voice Of Kenya von „K-Nel“

Küstler:
K-Nel
Redaktions-Wertung:
Titel:
Voice Of Kenya
Release:
21. September 2007
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

k-nel-voice-of-kenya-cd-bewertungendeWas denkt man, wenn einem ein solches Cover entgegenstrahlt? Zum Glück steht “Voice Of Kenya” drüber, sonst hätte ich gleich damit gerechnet, sehr unmotiviertem R’n’B-Rap zu hören zu bekommen. Die Sache hier gestaltet sich allerdings anders: Der Junge kommt aus Afrika und hat, so mein Vorurteil, also auch von grundaus mehr zu erzählen als seine Kollegen aus Amerika.

Doch wie schwer kann man sich täuschen: Der Pressetext macht mir schon mit der Formulierung von “coolem Reggaeton, heftigem Hiphop und leichtem Latin” Angst. Doch erstmal von vorne: Im Pressetext heißt es nämlich auch, K-Nel ginge es um Völkerverständigung. Diese will er durch die von ihm und seiner “Message Squad” erfundenen Anglohili-Sprache erreichen, die nichts weiter als eine Fusion aus Englisch und des Rappers Muttersprache Kiswahili darstellt. Im Album kriege ich davon nur wenig mit, selbst nach dessen Genuss habe ich keinen Schimmer davon, wie es in Kenia zugehen soll.

Beginnt das Album dann das erste Mal im heimischen CD-Spieler zu rotieren, glaubt man schon nach kurzer Zeit, eine amerikanische Produktion vorgesetzt bekommen zu haben: Die Beats sind durch die Bank glatt produziert und schielen sehr klar auf den Mainstream, genauso wie das gesamte Konzept des Albums. Die “Ladies” werden häufig zum Tanzen aufgefordert, lobensweise jedoch nie denunziert (höchstens unterschwellig, denn sie scheinen zu nichts als zum Tanzen da zu sein).

Und so schippert man durch das gesamte Album: Beats, die es alle irgendwo irgendwie schon einmal so gegeben hat. Raps, die sich an Schlüsselwörtern wie “dance”, “hustler” und so weiter entlanghangeln. Lyrics, die selten tieferes offenlegen, aber öfter betonen, wie toll sie sich selbst doch finden. Und nicht zu vergessen, omnipräsente Gesangseinlagen, die das Album zwar nicht musikalischer, aber dafür poppiger gestalten.

Schade, dass K-Nel sein Album nicht komplett in Kiswahili gehalten hat, das wäre zumindest vom soundtechnisch-ästhetischen her interessanter geworden. So klingt das Album einfach nur wie ein typisches für die Charts aufgenommenes Machwerk, das bis auf die Sprache kaum einen Ansatz zeigt, sich von der Masse abzuheben.

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