Unleashed von „Hurricane Chris“

Küstler:
Hurricane Chris
Redaktions-Wertung:
Titel:
Unleashed
Release:
21. Dezember 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

hurricane-chris-cd-bewertungen-de.jpgZwei Jahre ist es her, als Hurricane Chris im zarten Alter von 18 mit seinem Club-Hit „A Bay Bay“ berühmt wurde. Allerdings war es danach ziemlich ruhig um den Youngster aus Shreveport, Louisiana geworden, denn außer eines Gastauftritts bei Mike Jones‘ „Drop & Gimme 50“ war nicht mehr viel von Chris zu hören. Da die Öffentlichkeit schon damals eher Soulja Boy wahr nahm und Chris quasi in der Versenkung verschwand, ist sein zweites Album „Unleashed“ schon fast als Comeback anzusehen. Auf lediglich 10 Songs bringt es der mittlerweile 20-Jährige, das hat schon EP Niveau, doch solange die Qualität stimmt, sollte das nicht weiter stören.

Damit auch jeder mitbekommt, dass der Hurricane wieder wirbelt, werden wir mit „I’m Back“ noch einmal daran erinnert. An dem recht harten Instrumental spürt man recht schnell, dass es Hurricane Chris mit seinem Sound noicht unbedingt auf die Charts abgesehen hat. Recht unmelodisch poltert das Ganze auf einen zu und bietet wie das darauffolgende „Beat It Out The Frame“ einen aggressiven Mix aus fetten Südstaaten Beats und den für Louisiana Rap typischen Bounce Elementen. Mehr in Richtung Crunk geht die Single „Halle Berry (She’s Fine)“ (feat. Superstarr). Vom Style her klingt der Track etwas altbacken, fast wie Lil Jon anno 2002, für die Clubs sollte es jedoch ausreichen. Lyrisch wird uns nicht viel Interessantes erzählt, aber das kann man von Chris auch nicht wirklich erwarten, denn Gangstarap wäre unglaubwürdeig und Lebensweisheiten wird er in seinem Alter auch noch nicht parat haben. Für etwas Abwechslung nach all den brachialen Liedern, sorgt „Headboard“ zusammen mit Mario und Plies. Es handelt sich dabei um ein Stück für die Ladies, geht also in Richtung R’n’B. Smoothe Melodien und besonders Mario sorgen für einen harmonischen Klang, auch Plies‘ Rapstyle passt hier gut dazu, sogar besser als der von Gastgeber Hurricane Chris.

Gemeinsam mit Bobby Valentino wird der „Last Call“ for alcohol ausgerufen. Zwar melodisch, dennoch mit dunkler Note geht es hier zu Sache, allerdings auch mit niedrigem Tempo und genau das scheint eine Schwäche von Chris zu sein. Wo er mit schnellen Raps überzeugen kann, da klingen die langsamen Sachen recht komisch, so auch hier. Seine penetrante Stimme ist dabei auch sicher keine Hilfe. Es scheint fast so, als hätten es du Jungs selbst bemerkt, da Bobby den Großteil der Vocals übernimmt, was in diesem Fall auch ganz gut so ist. Ex-No Limit Soldier Fiend ist Feature und Producer in Einem bei „I Want It“. Hier präsentiert sich der junge Hurricane Chris von seiner ruhigeren Seite, zumindest was das Musikalische betrifft, lyrisch geht es eher erotisch zur Sache. Von Fiend würde der ein oder andere Fan wohl einen bissigen Vers erwarten, leider begnügt er sich mit einem gesungenen Refrain. Nach dem erneut mit R’n’B ausgestatteten „Secret Lover“ (feat. Cherish),werden die Fühler etwas in den Dancehall ausgestreckt. Kraftvolle Beats gepaart mit krachenden E-Gitarrenriffs und pompösen Hintergrundelementen poltern aus dem Speaker, Chris zeigt sich hier in guter Verfassung, feuert schnelle Ryhmes aus dem Magazin, jedoch laufen ihm die Gäste Beenie Man und Isis Nicholson, fast schon etwas den Rang ab. Ganz zum Ende gibt es leider ein nicht ganz so tolles Stück zu vermelden. Das selbstverliebte „Hot Like Lava“ scheitert mit einer sehr eintönigen und langweiligen Produktion, da kann auch Chris mit seinen bissigen Versen nichts mehr retten.

Mit „Unleashed“ macht Hurricane Chris weder viel falsch, noch überzeugt er zu 100%. Rappen kann er nach wie vor verdammt schnell und das ist auch gut so, bei den Texten muss man jedoch öfters mal auf Durchzug schalten und auch die Instrumentals sind alles andere als neu oder großartig kreativ. Man sollte jedoch auch immer im Blickfeld haben, dass es sich hier um einen erst 20-Jährigen handelt, dafür ist die Leistung dann recht ordentlich. Außerdem ist schön zu sehen, dass er lieber auf die härtere Schiene setzt, anstatt mit poppigem Sound das schnelle Geld zu suchen. Wer sein Debüt „51/50 Ratchet“ mochte und auch an der Single „Halle Berry“ seinen Spaß hat, der liegt hier goldrichtig, der Rest brauch die Scheibe nicht unbedingt.

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