UGK 4 Life von „UGK“

Küstler:
UGK
Redaktions-Wertung:
Titel:
UGK 4 Life
Release:
24. April 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

ugk-ugk-4-life-cd-bewertungendeDer 4. Dezember 2007 erschütterte die Dirty South Fangemeinde, denn dies war der Tag, an dem Rap-Legende Chad „Pimp C“ Butler wegen seines Schlafapnoe-Syndroms sein Leben lassen musste. Nicht nur sein Tod, sondern auch die Gewissheit, dass es nun nicht mehr die Underground Kingz, kurz UGK, geben würde, war eine der größten Tragödien in der aktuellen Hip Hop Geschichte. Für einen würdigen Abschied wurden nun die Tracks, die nach ihrem 2007er Comeback „Underground Kingz“ aufgenommen wurden, auf Platte gepresst und bilden das erste und einzige Post-Album „UGK 4 Life“. Gefasst machen kann man sich auf entspannten Texas Rap, produziert von alten Bekannten wie Cory Mo, Steve Below, Mannie Fresh oder Pimp C. Auch die Gästeliste bietet mit 8Ball & MJG, Ron Isley, Snoop Dogg, Akon oder E-40 einiges an berühmten Gesichtern.

Nachdem man mit dem Intro noch einmal ein paar Worte vom Pimp hören darf, beginnt das Album überraschend rockig mit „Still On The Grind“. E-Gitarrenriffs und Schlagzeug bestimmen hier den Sound, glücklicher Weise nicht zu aggressiv, obendrein singt Soulbarde Raheem DeVaughn den Refrain, sodass alles recht melodisch rüberkommt. Typisch Texas hingegen präsentiert sich „Everybody Wanna Ball“, das mit relaxten Klängen aus der Elektroorgel das Feeling von Hip Hop aus dem Cowboystaat perfekt an den Mann bringt. Was UGK über 15 Jahre immer ausgezeichnet hat, war ihr funky Style, dem sie durchgehend treu geblieben sind. Genau das zeigt uns „Feelin‘ You“, dessen Groove in Zusammenspiel mit den lässigen Rhymes von Bun B und Pimp C sofort zum Mitswingen animiert. Ähnlich ist bei „The Pimp & The Bun“. Funky as hell! Noch dazu Ron Isley mit seiner Porno-Stimme als Feature – was will man mehr?

Sehr relaxt geht es auch bei „Purse Come First“ zur Sache. Eine tolle Melodie aus E-Gitarren und Trompeten bringt den entspannten Südstaatenblues mit ein, der ja besonders bei Rap aus Texas seine Verwendung findet, allerdings wird auch Georgia in Person von Goodie Mob Member Big Gipp standesgemäß repräsentiert. Wer Bun B und Pimp C schon länger kennt wird wissen, dass die beiden auch gerne mal die freche und rüpelhafte Schnauze auspacken. So auch geschehen bei „Harry Asshole“, das absichtlich mit Fehler geschrieben wurde, eigentlich müsste es „Hairy Asshole“ heißen. Wie man sich schon denken kann, bekommen hier die leichten Mädchen mal wieder ihr Fett weg, amüsant von den beiden Underground Kingz vorgetragen, aber auch Pimp C’s Schützlinge Lil Boosie und Webbie zeigen, dass sie mit ihren jungen Jahren schon genau so gut den Macho an den Tag legen können, wie die beiden Legenden aus Port Arthur, Texas.

Ein wahres Veteranentreffen bietet „Used To Be“. Neben UGK rappen hier auch noch die beiden Bay Area Urgesteinen E-40 nebst Cousin B Legit, außerdem sind 8Ball & MJG aus Memphis mit von der Partie. Das Instrumental hier bedient sich hauptsächlich an recht chilligen Synthesizer-Effekten, doch auch eine E-Gitarre findet ihren Einsatz. Bei so vielen Gästen kommen UGK zwar etwas zu kurz, doch das macht in diesem Fall nicht viel aus, da vor Allem E-40 eine für seine Verhältnisse schon fast unglaubliche Performance hinschmettert. Auch ein Touch R’n’B kommt auf „UGK 4 Life“ nicht zu kurz. Akon stand für „Hard As Hell“ nicht nur am Mikro, sondern auch an den Reglern und produzierte eine gefühlvolle, von Akustikgitarre geprägte Nummer, die sich – wie könnte es auch anders sein – um eine Lady dreht. Zu guter Letzt findet man die Single „Da Game Been Good To Me“, der wohl beste Track der Platte. Es erinnert vom Style her ein wenig an „The Game Belongs To Me“ vom alten Album, überzeugt mit ruhiger Gitarrenunterlegung, die etwas Mafia-Charme aufkommen lässt und einem Pimp C in absoluter Bestform.

„UGK 4 Life“ sorgt für ein lachendes und ein weinendes Auge. Denn zum Einen wird einem klar, dass man nun das letzte Album der beiden angehört hat, zum Anderen aber ist man froh, dass Pimp C mit einem guten Werk verabschiedet wird. An die Qualität des überragenden Vorgängers kommt diese Platte zwar nicht heran, aber das konnte man ja schließlich auch nicht erwarten, wenn nur noch ein Mitglied am Leben ist. Fans der Underground Kingz und von Rap aus Texas kommen an „UGK 4 Life“ eigentlich nicht vorbei, doch auch der ein oder andere, der von Dirty South Pop Chart Rap genug hat, sollte hier einmal reinhören.

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