Til The Casket Drops von „Clipse“

Küstler:
Clipse
Redaktions-Wertung:
Titel:
Til The Casket Drops
Release:
11. Dezember 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

clipse-cd-bewertungen-de.jpgMit „Hell Hath No Fury“ gelang Clipse eines der aufsehenerregendsten Alben der 2000er, es regnete Lobeshymnen und die Platte wurde von manch einem Magazin zu eines der besten des Jahrzehnts gekürt. Drei Jahre sind nun vergangen, nun melden sich die Brüder aus Virginia Beach mit ihrem dritten offiziellen Album „Til The Casket Drops“ zurück. Es ist die erste Platte, die nicht komplett von ihren Entdeckern The Neptunes produziert wurde, hier durften auch Sean C & LV sowie DJ Khalil & Chin mit eingreifen. Ob sich dies positiv oder negativ auf die Harmonie auswirkt, werden wir später sehen.

Der Opener „Freedom“ verrät schon in den ersten Sekunden, dass er nicht von den Neptunes stammen kann, hier waren Sean C & LV am Werk. Ruhige E-Gitarrenriffs unterlegen einen recht dumpfen Beat, das geht leider nicht all zu gut nach vorne, lediglich ein paar Streichereinsätze sorgen für Emotion und peppen den Song auf, besonders gegen Ende. Malice und Pusha T unterhalten uns dazu mit Life Stories und werten das mittelmäßige Instrumental wieder etwas auf. „Popular Demand (Popeyes)“ hat einen freshen Desperado/Mexico Sound, was durch im Hintergrund spielende Trompeten hervorgerufen wird, eine emotionale Pianomelodie tut ihr Übriges dazu. Hier können Clipse mit ihren lässigen Flows punkten, aber auch Feature Cam’ron passt mit seinem entspannten Rapstyle hervorragend dazu, Pharrell übernimmt den Refrain. Gepost was das Zeug hält, wird mit der schon etwas länger bekannten Single „Kinda Like A Big Deal“, dementsprechend großspurig und Energiegeladen ist auch die Produktion, deren hämmernde Drums einen sofort in den Bann ziehen. Als Gast ist Kanye West dabei, den lassen Clipse natürlich alt aussehen, doch da er keine Auto-Tune angewendet hat ist auch seine Strophe gut hörbar.  Leider funktioniert nicht alles so wunderbar. „Showing Out“ wäre ein Beispiel, dass die Nerven mit seinem eintönigen Electro-Style etwas strapaziert, zum Glück setzen im Hook noch viele weitere Synthie-Effekte ein, die das Ganze retten können, auch die Clipse Jungs rappen richtig bissig, Gast Yo Gotti wirkt etwas Fehl am Platz.

Nachdem man es sich mit dem frischen und sehr melodischen „I’m Good“ (feat. Pharrell) gut gehen lässt, was sich auch auf den Hörer überträgt, zeigen uns Malice und Pusha T mit „There Was A Murder“, dass nach „Hell Hath No Fury“ immer noch zwei böse Buben in ihnen stecken. Der fröhliche und teils funky Beat, der durch Feature Kobe etwas Reggae Flavor bekommt, lässt diese Mafia Geschichten fast schon wie etwas Gutes klingen, erneut sind es die gut getimten Rhymes und die Stimmen von Clipse, die den Track perfektionieren und die beiden glaubhaft als Dons dastehen lassen. Zusammen mit Shootingstar Keri Hilson werden mit „All Eyes On Me“ die Tanzflächen zum Beben gebracht. Rhythmische Beats und der unvergleichliche Neptunes Sound fordern zur Bewegung auf, Keri übernimmt hier etwas das Ruder, denn auch wenn Clipse eine ordentliche Performance abliefern ist doch eindeutig sie der Star dieses Songs. Auch etwas Pascha-Gehabe kommt nicht zu kurz. Bei „Counselling“ bitten uns die beiden um Hilfe bei der Auswahl der richtigen Frau, da alle um sie herum so verführerisch sind. Untermalt wird das mit poppigen Klängen, besser gesagt einer sehr freshen Synthesizer-Melodie, die etwas zum Träumen einlädt, was durch die Gesangseinlagen von Nicole Hurst unterstützt wird. Gegen Ende sorgt besonders die zweite Produktion von DJ Khalil, namens „Footsteps“ für etwas Aufsehen. Das liegt daran, dass eine E-Orgel verbaut wurde, die dem Ganzen etwas Unbehagliches verleiht, Kobe ist erneut mit dabei, Malice und sein Bruder erzählen uns dazu in welche Richtungen die „Footsteps“ einen führen können. Seinen Ausklang erhält „Til The Casket Drops“ mit dem angenehm anzuhörenden, jedoch nicht herausragenden „Life Change“, das noch ein paar positive Vibes versprüht.

Auch ihr drittes Album in Folge wurde wieder mal ein tolles Stück Musik, wenngleich man den Clipse Brüdern mit auf den Weg geben muss, dass sie es nicht ganz schaffen, an die Klasse des Vorgängers anzuknüpfen. Dies liegt in erster Linie an den Produktionen. Zwar kann man sich nicht über deren Qualität beschweren, aber es fehlen einfach die Experimente und Besonderheiten. Hier wirkt es eher so, als wäre man lieber auf Nummer sicher gegangen, was zwar Ausfälle vermeidet, aber auch etwas verhindert, das Hits entstehen, die man noch lange im Gedächtnis behalten wird. Nichts desto trotz eines der besten South Alben 2009, das man sich als Fan der Jungs unbedingt ins heimische CD Regal holen sollte.

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