The Stimulus Package von „Freeway & Jake One“

Küstler:
Freeway & Jake One
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Stimulus Package
Release:
12. Februar 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Nachdem das Conscious Rap Label Rhymesayers Entertainment erst vor ein paar Monaten mit den aktuellen Alben von Toki Wright, Brother Ali und Felt auf sich aufmerksam machen konnten, legen sie im frühen 2010 mit dem nächsten Coup nach: eine Kollabo von Jake One zusammen mit Ex-Roc-A-Fella-Billionaire Freeway. Gerade den MC aus Philadelphia würde man auf solch einem Label wohl kaum erwarten, da passt Producer Jake One doch eher in das Bild der Plattenfirma aus Minneapolis. 15 Tracks umfasst das Werk „The Stimulus Package“, die Deluxe Edition hat noch 2 mehr zu bieten. Schauen wir nun, in wie weit uns die beiden mit ihrer LP stimulieren können.

Zu Beginn sei zunächst auf das wirklich sehr coole Jewel Case hingewiesen. Das Booklet ist in einzelne Dollarnoten aufgeteilt, die als Bündel um die eigentliche Hülle, in Form eines Geldbeutels, in dessen Fach für die Scheine man dann das Dollar-Booklet verstauen kann, geschnürt sind. Zusätzlich erhält man auf einer Art Kreditkarte noch einen Download Code für die Instrumental-Version des Albums. Sehr fresh, das macht gleich richtig Lust auf die Platte. Eröffnet wird mit dem „Stimulus Intro“, in dem Beanie Sigel einen kurzen Auftritt hat. Wer Jake One bis dato noch nicht kannte, bekommt hier einen guten Eindruck von seinen melodischen und souligen Produktionen. Richtig losgelegt wird mit „Throw Your Hands Up“. Mit mächtig Dampf unter der Haube pumpt hier der Beat, der mit seiner pompösen Art etwas an Freeway’s Vergangenheit bei Roc-A-Fella mit Just Blaze erinnert. Am Mic brennt der Junge aus Phillie einiges ab, spätestens sein Refrain, in dem er uns zum Mitmachen animiert, bringt die Stimmung zum Kochen. Nach diesem energiegeladenen Auftakt folgt eine etwas ruhigere Phase. Schön entspannt wummern die Instrumentals von „One Foot In“, „She Makes Me Feel Alright“ oder „Never Gonna Change“, deren ausgereifter und erwachsener Klang Freeway spürbar gut tut und man das Gefühl hat, er wäre deutlich reifer geworden als noch zu seiner Zeit bei Jay-Z’s Label. Raekwon unterstützt Freeway auf „One Thing“, das aufgrund seiner Blues-Instrumente, den Vocal-Samples im Hintergrund und dem behäbigen Tempo fast schon etwas lethargisch rüberkommt. Etwas mehr Drive hätte zur Abwechslung nicht geschadet, dafür kann man so dem etwas nachdenklicheren Stück folgen.

Nachdem der Großteil der ersten Hälfte von „The Stimulus Package“ in ungefähr dem selben Style gehalten war, zünden Jake One, Freeway und ein weiterer ehemaliger Kollege in Person von Young Chris mit „Microphone Killa“ eine echte Bombe. Die Produktion pusht ordentlich nach vorne, strammer Bass, mitreißende Scratches und Pianoeinlagen, dazu feuert Freeway schnelle Raps ab. Young Chris scheitert etwas daran mit Freeway mitzuhalten, liefert nichts desto trotz einen ordentlichen Part. Bei einem Album, dessen Jewel Case ein Geldbeutel ist, darf natürlich ein Thema nicht fehlen: Cash. Und wer könnte als Gast passender sein als Cash Money Chef Birdman? Lyrisch darf man da natürlich keine Ergüsse erwarten, dafür macht Jake One’s Produktion richtig Spaß, überzeugt mit entspanntem Sound im Southern Style, ohne langweilig zu wirken, der sommerliche Klang tut sein Übriges, um den Genuss zu unterstützen. Auch Bun B finden wir als Gast auf „The Stimulus Package“ wieder. „Sho‘ Nuff“ schmiegt sich von Beginn an mit seinen angenehmen Melodien aus Klavier und Glöckchen in die Gehörgänge, E-Gitarre und ein paar Synthie-Effekte lassen auch hier die Sonne der Südstaaten aus dem Speaker scheinen, dazu Freeway und der Veteran aus Texas am Mikro – was will man mehr? In der Schlussphase findet man mit „Money“ und „Free People“ zwei letzte Highlights. Erstgenanntes handelt, wie der Titel schon erahnen lässt, von der Bedeutung des Geldes in unserer Gesellschaft, darf aber nicht als der übliche Cash Rap angesehen werden, sondern überzeugt mit seiner souligen Note und den Performances der Gäste  Omillio Sparks und Mr. Porter von D12. „Free People“ hingegen versucht die emotionale Schiene zu fahren und schafft dies auch. Das liegt in erster Linie an Freeway’s Rhymes, aber auch die musikalische Untermalung, die immer zwischen gefühlvollen Pianoklängen und kindlichen Vocal-Samples wechselt, dient dazu, die Stimmung an den Hörer zu vermitteln.

Experiment geglückt kann man da nur sagen. Mit Jake One’s tollen Produktionen ausgestattet zeigt Freeway, was er kann und auch die Gäste fügen sich gut ein. Zwar gibt es im ersten Drittel des Albums eine wenig abwechslungsreiche Phase, im Gesamtbild jedoch überzeugen die beiden voll und ganz, besonders Freeway sollte den letzten Zweiflern zeigen können, dass er ein ernst zu nehmender Rapper geworden ist. „The Stimulus Package“ ist daher nicht nur Fans von Freeway zu empfehlen, sondern allen, die auch mit Jake One’s melodischen Beats, die eher in der Conscious Szene anzusiedeln sind, anfangen können.

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