The Show von „EMC“

Küstler:
EMC
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Show
Release:
28. März 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

emc-the-show-cd-bewertungendeEr kann es einfach nicht lassen! Eigentlich sollte ja bereits 2004 Schluss sein, doch die mittlerweile bald 42 jährige Rap-Legende Masta Ace macht munter weiter. Und das ist auch gut so. Mit seinen Jungs Punchline, Wordsmouth und Stricklin bildet er das Quartett EMC und bringt nach „Disposable Arts“ und „A Long Hot Summer“ mit „The Show“ das bereits dritte Konzeptalbum in Folge. Was man hier lyrisch geboten bekommt, ist natürlich erste Sahne, aber auch die Beats können sich sehen lassen. Sie stammen u.a. von Ayatollah, Marco Polo, Frequency, Quincy Tones oder Nicolay. Als Verstärkung am Mic sind Little Brother, Sean Price oder Money Harm mit dabei.

Was beim ersten Blick auf die Tracklist sofort auffält ist, dass alle Songs irgendwie miteinander zusammenhängen. Das Ganze hat auch einen Grund. Man soll quasi mit auf eine kleine Reise genommen werden und einen Tag von EMC miterleben, was besonders durch die zahlreichen Skits gestützt wird. Los geht’s mit „Who We Be“, einem ruhigen Lied, das sich etwas nach einem Morgen anhört, bei dem so langsam die Sonne aufgeht und sich uns die Jungs persönlich vorstellen. Danach reisen wir in Richtung Flughafen und man merkt gleich an „Leak It Out“, dass es hier etwas hektischer zur Sache geht. Das flotte Instrumental ist ein echter Traum. Es verbindet auf großartige Weise e einen recht dynamischen Beat mit angenehmen Melodien, wozu die vier ihre Klasse voll ausspielen.

„Traffic“ beinhaltet zwei Welten. Vom lyrischen her ist es wie der Name schon erahnen lässt, wieder nicht zu verachten, einfach feinstes Storytelling. Untermalt wird dies nicht von etwas schnellem, was zum Titel „Traffic“ passen würde, sondern von total entspannten Klängen, die zum Träumen verleiten und durch die Rhymes von EMC und Little Brother an unglaublicher Qualität gewinnen. „Don’t Give Up On Us“ ist eine ebenfalls ruhigere Nummer und bekommt durch Feature ADI noch eine wunderschöne soulige Note, doch es zeigt auch gleich das einzige Manko von „The Show“ auf: es sind einfach zu viele Lieder in diesem langsamen Tempo vorhanden, oftmals folgen auch mehrere hintereinander. Mit „Git Sum“ bekommt man glücklicherweise das erste echte Brett geboten. Krachende Beats, unterlegt mit Waffengeräuschen, imposanten Hintergrundsounds und einer leicht dramatischen Synthiemelodie verleihen dem Track doch ordentlich Härte, dazu spitten mit Masta Ace, Wordsmouth, Punchline, Stricklin und Sean Price fünf absolute Meister ihres Fachs die Reime.

Nun sind wir so langsam am Zielort angekommen und nach dem Skit „The Interview“ erläutern uns die Jungs mit „EMC (What It Stand For)“ für was die drei Buchstaben eigentlich alles stehen, wobei die Bezeichnung „Excellent Mic Controllers“ wohl am Besten zutrifft. Unterstützt werden sie dabei von einem eher unspektakulären Beat, der ist hier jedoch eh nur zweitrangig, da man sich fast nur auf die Rhymes und Erläuterungen konzentriert. Etwas Old School mäßig wirkt „The Grudge“, da dessen Produktion doch sehr schlicht und eintönig ist, dennoch sehr cool kommt. Mit „Make It Better“ und „Winds Of Change“ folgen wieder zwei sehr ruhige Tracks, wobei besonders zweiteres ein echtes Meisterwerk geworden ist. Seine angenehmen und emotionalen Klänge und Melodien wirken etwas traurig und lethargisch, gehen sofort unter die Haut, was durch die besonnenen Raps von EMC noch zusätzlich verstärkt wird. Ein wahres Highlight findet man mit dem Titeltrack „The Show“. Er is endlich wieder schneller, wirkt schon recht hektisch. Sein doch sehr hohes Tempo ist für das Quartett aus New York kein Problem, denn sie halten locker mit.

Für eine kleine Ruhephase zwischendurch sorgt Ladybug Mecca mit ihrem fast schon gesprochenen Refrain. Nach der Show werden wir noch kurz mit in den Backstage Bereich genommen. Hier geht es recht gediegen und entspannt zu, was man besonders mit „Borrow You“ und „Once More“ zu spüren bekommt. „U Let Me Grow“ hingegen ist sehr emotional und gleichzeitig eine Widmung an die Mütter („You the best, Mama“). Definitiv einer der schönsten Songs des Albums. „Feel It“ ist die Krönung zum Abschluss. Seine Beats grooven richtig, sind melodisch und haben Soul. Die Raps sind natürlich wieder klasse, das absolute Highlight ist jedoch Money Harm von The Product G&B, dessen smoothe Stimme sich hier einfach traumhaft anhört und man schon fast etwas traurig ist, wenn das Lied endet. Den Bonus Track kann man eigentlich getrost vergessen, denn er beinhaltete lediglich die Meinungen der Fans über EMC, ist also eher als Skit zu sehen, der aber insgesamt dann doch gut zu diesem Konzeptalbum passt.

Das was man mit EMC auf „The Show“ erlebt macht wirklich Spaß und ist interessant. Alle vier MCs zeigen, dass sie auch in nicht mehr ganz so jungem Alter noch locker mit den anderen mithalten können bzw. dass sie vielen noch um Lichtjahre voraus sind. Schlechte Songs gibt es definitiv keine, auch die Skits stören mich hier nicht, sondern sie passen einfach gut dazu. Leider fehlt dem Ganzen dann doch etwas die Abwechslung und vielleicht auch etwas Härte, weshalb es für die volle Punktzahl nicht reicht. Auch wenn „The Show“ nicht ganz mit den alten Werken von Masta Ace mithalten kann, gehört es definitiv mit zum Besten 2008 und macht schon mächtig Vorfreude auf Ace’s nächstes Album „A & E“.

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