The Salvation von „Skyzoo“

Küstler:
Skyzoo
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Salvation
Release:
25. September 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

skyzoo-cd-bewertungen-de.jpgSchon mit jungen Jahren konnte Skyzoo in der Rap-Szene auf sich aufmerksam machen und so wurde er von keinem geringeren als Super Producer 9th Wonder unter die Fittiche genommen, der mit ihm 2006 sein erstes Album „Cloud 9: The 3 Day High“ aufnahm. Drei Jahre später steht der 26-jährige MC aus New York nun bei Buckshot’s Hitschmiede Duck Down Records unter Vertrag, die ja 2009 schon einige Treffer gelandet haben, diesmal jedoch ganz alleine auf sich gestellt. 9th Wonder ließ natürlich auch ein paar Beats für „The Salvation“ da, allerdings trifft man mit Nottz, Just Blaze, Illmind oder Black Milk auf weitere Produzenten mit großen Namen, was doch schon Lust auf mehr macht. Features gibt es bis auf Carlitta Durand keine, Skyzoo legt Wert darauf, dass man nur ihm und seiner Lyrik Aufmerksamkeit schenkt.

Legt man die CD in den Player, so wird man von dem sehr souligen „The Opener“ in Empfang genommen. Zunächst gibt es kurz eine Accapella-Gesangseinlage, danach setzt ein einfach nur traumhaftes, ruhiges und voller Emotion steckendes Klavierstück ein, das alleine schon großartig ist, wenn dann noch Skyzoo’s smoothe Raps und der kraftvolle Beat einsetzen, weiß man schon nach wenigen Augenblicken: dies ist ein echter Hit. Just Blaze ist verantwortlich für „Return Of The Real“. Wie man es von ihm kennt, donnern auch hier mal wieder die Drums mächtig los, dementsprechend pompös ist auch die restliche Untermalung, besonders die dezent eingesetzten E-Gitarren sorgen sowohl für Dynamik, als auch für ein einen entspannten Part in den kurzen langsameren Passagen. Wunderbar relaxt präsentiert sich uns der Junge aus Brooklyn mit „The Beautiful Decay“, einer Zusammenarbeit mit dem alten Weggefährten 9th Wonder, bei der man dank des etwas zurückhaltenderen Sounds gut den Versen von Skyzoo folgen kann. Leider gelang nicht alles so überzeugend. „Popularity“ wäre da ein gutes Beispiel, denn es plätschert eher eintönig und nicht sonderlich mitreißend vor sich hin, da nützt auch gute Poesie nicht viel.

„The Shooter’s Soundtrack“ stimmt einen etwas nachdenklich. Dies ist auf der einen Seite den leicht bedrückend wirkenden Melodien zu verdanken, aber natürlich auch Skyzoo, der uns über Gewalt aufklärt, was im Refrain, der sich immer dramatischer zuspitzt und mit einem Schuss abschließt, seinen Höhepunkt findet. Dem folgt sofort mit dem von Trompeten und Piano geprägten 9th Wonder-Stück eine lockerer und fröhlicher Gegenpart, das wie so üblich auch eine gewisse Prise Soul nicht verbergen kann. Black Milk durfte sich an „Penmanship“ auslassen. Eher etwas dunkel kommt dieser Song rüber. Drückender Bass, dazu immer wieder Streicher, was für eine nicht all zu behagliche Atmosphäre sorgt. Skyzoo zeigt dabei, dass auch die Stimme ein wichtiges Instrument sein kann, denn so engagiert und motiviert, wie er hier zu Werke geht, kann man gar nicht anders, als gebannt zuzuhören. Was „The Salvation“ etwas fehlt sind Songs, die mal etwas aus dem doch nicht all zu abwechslungsreichen Gesamtbild ausbrechen. Zwar Unterscheiden sich die Lieder natürlich, aber man hat eben immer das Gefühl, ein und den selben Stil ständig wieder anzutreffen. Sicher ist er nicht der Typ für Party Track und dergleichen, etwas mehr Mut wäre allerdings wünschenswert gewesen.

Diese Kritik verfliegt fast schon wieder, wenn „For What’s It Worth“ anfängt zu laufen. Dieses Meer an gefühlvollen Klängen und emotionalen Melodien ist mit nichts anderem zu beschreiben als großartig. Skyzoo lässt es hier etwas ruhiger angehen, die erneut kritischen und nachdenklichen Texte sollten auch beim Hörer zu etwas Grübeln führen – schöner kann Hip Hop kaum sein. „The Necessary Evils“ hat einen sehr mystischen Touch, was Chorgesängen im Hintergrund zu verdanken ist, die durchgehend den Beat und natürlich Skyzoo’s Verse über die Übel dieser Welt begleiten. Was hier noch etwas härterer Tobak war, ist bei „Easy To Fly“ schon wieder komplett verschwunden. Wieder einmal schafft es 9th Wonder eine frühlingshafte, fröhliche und lockere Atmosphäre zu schaffen, die Beiträge von Skyzoo und Sängerin Carlitta Durand tun ihr Übriges dazu, um einen gedanklich weg fliegen zu lassen. Beim nun eintretenden Ende stechen besonders das energiegeladene „Bottom Line“ und das abschließende, sehr jazzige „Maintain“ hervor, was im zweiten Fall in erster Linie daran liegt, dass man eine LP kaum besser beenden könnte, als mit einem solch stillen Track, man hat fast das Gefühl, dass ein Vorhang fällt und Skyzoo’s Life Stories ausklingen lässt.

Alles in Allem ist „The Salvation“ ein mehr als zufriedenstellendes Album geworden. Schöne und gefühlvolle Produktion, dazu geistreiche Texte abseits von Bling-Bling und Konsorten, eben Hip Hop wie er sich gehört und der uns vom Sumpf der Charts erfrischt. Im Großen und Ganzen ist die Platte durchgehend gelungen, auch wenn man den ein oder anderen eher mittelmäßigen Song sicher mal in Kauf nehmen muss, aber das passiert selbst den Größten. Wer Musik von Talib Kweli, Mos Def & Co. mag, wird auch hier seine Freude finden, wie generell alle, die schon einmal was von Skyzoo gehört und es für gut befunden haben.

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