The Resident Patient von „Inspectah Deck“

Küstler:
Inspectah Deck
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Resident Patient
Release:
4. August 2006
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

inspectah-deck-the-resident-patient-cd-bewertungendeEs ist eine Schande, dass Inspectah Deck trotz seines tollen Flows, der vielleicht der elleganteste aller Wu-Tang Clan Mitglieder ist, nach wie vor zu den unbekanntesten Wu Rappern zählt, was vielleicht auch daran liegt, dass sein Debüt nicht in der Klassiker Phase von 1994-1996 veröffentlicht wurde. „The Resident Patient“ aus 2006 ist das bereits dritte Album des Mannes aus Staten Island, New York. Ähnlich wie bei Kollege Masta Killa konnte auch hier mit eher geringem Budget eine tolle Scheibe fertiggestellt werden. Trotz der zahlreichen Produzenten, zu denen neben Deck persönlich auch noch RZA, Cilvaringz, Psycho Les, Mondee, The Marksmen und noch einige weitere gehören, spürt man eindeutig einen roten Faden heraus. Features gibt es nicht all zu viele, vom Clan selbst sind nur Masta Killa und U-God mit dabei, doch ein Mann mit der Klasse eines Inspectah Deck braucht am Mic auch nicht wirklich viel Unterstützung.

Ohne Intro, sondern gleich mit einem ersten Highlight, nämlich „Sound Of The Slums“ beginnt die Platte recht stark. Es erinnert an den alten Shaolin Style, kommt recht schlicht aber auch etwas düster daher, was für eine tolle Atmosphäre sorgt, die Deck und Masta Killa perfekt ausnutzen. „C.R.E.E.P.S.“ führt diesen verschacherten und roughen Sound weiter fort bzw. steigert ihn noch, dem folgen mit „What They Want“ und „Get Ya Weight Up“ zwei etwas melodischere Nummern. Besonders das zweite hat es mir angetan. Es besticht durch angenehmen Groove und eine schöne Untermalung mit akustischen Instrumenten, von denen bessonders die Bläser herausstechen. Die Rhymes von Deck kommen dazu wie gewohnt souverän und lässig, toll anzuhören.

Etwas 70er Flavor wird mit dem sehr Orgel und E-Gitarren lastigen „It’s Not A Game“ hervorgerufen. Es hat Dampf unter der Haube und das spürt man von Anfang bis Ende. Deck trumpft dabei groß auf, doch auch die Gäste House Gang und Sugabang überzeugen auf ganzer Linie. Einen der besten Track findet man mit „My Style“. Straffe Beats und Claps, dazu eine kraftvolle Klavier-/Streicher-Kombo. Alles passt gut zusammen und bildet ein mitreißendes Instrumental, über das I.N.S. locker drüber flowt. „All I Want Is Mine“ fährt dagegen die etwas entspanntere Schiene. Fröhliche und frische Violinenklänge gestalten alles schön melodisch und verleiten zum relaxten zuhören. Die leider einzige RZA-Produktion findet man mit „A Lil Story“, einem echten Hammer. Dunkle Basslines treffen auf genial düster und dramatisch kratzende Geigen, was erneut an die gute alte Zeit in den 90ern erinnert, dazu die erneut gekonnte Vorstellung Decks am Mic – klasse!

Nach dem sehr chilligen „Get Down Wit Me“ geht es mit dem sehr rockigen „I.O.U.“ weiter. Es besticht durch seine schier endlose Power, die sowohl von Inspectah Deck als auch den krachenden Gitarrenriffs und dem Schlagzeuggewitter hervorgerufen wird. „No Love“ (feat. Carlton Fisk & Chico Debango) hingegen wirkt ruhig, behäbig und traurig, durch ein paar Glockenschläge und Violinen kommt auch richtig Stimmung auf, jedoch bringt der gesungene Refrain auch einen schönen Soul Flavor mit. Psycho Les ist für „Do My Thang“ verantwortlich, welches den typischen, sehr elektrischen und leicht abgefahrenen Beatnuts-Style mit sich bringt. Eindeutig Geschmackssache, mir persönlich gibt es nicht all zu viel. Deutlich besser ist da „Handle That“, das erneut ordentlich rockt, noch dazu U-God’s brachiales Organ bietet, was doch sehr gut kommt.

Insgesamt kann „The Resident Patient“ voll und ganz überzeugen, leistet sich keinerlei Ausfälle und selbst die beiden Bonus Tracks um das düstere „Animal Rights“ (feat. House Gang) und das mit dickem Bass ausgestattete „H.G. Is My Life“ wissen zu gefallen. Zwar fehlen dem Album die absoluten Megahits, dafür überzeugt es mit Beständigkeit, Qualität und gelungener Atmosphäre. Alle Wu-Tang Fans sollten unbedingt einmal reinhören, doch auch für andere East Coast Freunde dürfte die Platte geeignet sein.

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