The Recession von „Young Jeezy“

Küstler:
Young Jeezy
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Recession
Release:
29. August 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

young-jeezy-the-recession-cd-bewertungendeMit Young Jeezy droppt nun ein weiteres Schwergewicht aus dem Dirty South ein neues Album unter Def Jam Recordings. „The Recession“ heißt das gute Stück und ist das nun mittlerweile fünfte Werk des Mannes aus ATL. Für die Verhältnisse seiner Heimatstadt präsentiert sich Jeezy auf insgesamt 17 Songs von teils unglaublicher lyrischer Tiefe, allerdings muss man dabei ein Fan seiner kratzigen Stimme und seines eintönigen Flows sein, um seine Musik genießen zu können. Die Beats stammen von einer ganzen Riege an Produzenten, die da u.a. wären: J.U.S.T.I.C.E. League, Midnight Black, Drumma Boy, Don Cannon oder Shawty Redd, also kein großer Unterschied zur letzten Platte. Auch die Featureliste ist dieses Mal wieder sehr übersichtlich. Mit Anthony Hamilton, Lil Boosie, Trey Songz, Kayne West und Nas sind lediglich fünf Gäste auf diesem langen Album mit dabei. Vielleicht zu wenige?

Nach dem Intro legt Jeezy mit dem passender Weise als „Welcome Back“ betitelten ersten Song los. Ein dröhnender Beat mit düsteren und kraftvollen Snythesizer-Elementen donnert förmlich auf einen zu, wirkt also richtig hart, wofür Young Jeezy’s Stimme ja wie gemacht ist. „By The Way“ folgt fast ähnlichem Prinzip, ist vielleicht eine Spur entspannter und melodischer, aber wirklich Abwechslung bringt es nicht. Auch bei „Crazy World“ hören wir fast die selben Klänge noch einmal, sodass man sich schon fragt, ob es wirklich ernst gemeint ist, dass sich hier ein Song wie der andere anhört. „What They Want“ bringt aufgrund seiner straffen Bassline und Jeezy’s engagierten Raps zum Glück wieder etwas Power und Energie in die Tracklist, als Highlight geht es beim besten Willen jedoch nicht durch. Das wäre schon eher mit „Amazin'“ der Fall. Drumma Boy bastelte ein Instrumental, das es endlich mal in sich hat. Während der Strophen wirkt alles eher ruhig und schlicht, so kann man Jeezy’s Rhymes sehr gut folgen. Sobald sich der Song dem Refrain nähert kommen Bläser und Synthies dazu, welche schön melodisch sind und mit Jeezy’s gesungenem Refrain sofort im Ohr hängen bleiben.

Von der düsteren und treibenden Sorte ist „Hustlaz Ambition“, dessen pumpende Beats mit Young Jeezy’s Hook ebenfalls wieder richtig gut abgehen, allerdings sind auch hier die Strophen etwas ruhiger gehalten, was einem vom Vorgänger noch bekannt vorkommt und der Abwechslung daher eher schadet. Nach dem Synthie-Hammer „Who Dat“ erreicht man mit „Don’t You Know“ zum ersten Mal eine eher zurückhaltende Nummer, die trotz des harten Beats recht melodisch ist und durch die Frauenstimmen im Hintergrund sogar noch eine soulige Note bekommt. „Circulate“ klingt irgendwie nach den 70ern, könnte auch wunderbar die Titelmelodie eines „Starsky & Hutch“ oder Ähnlichem sein. Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber ich finde es richtig cool. Die mystischen Melodien und Gesänge machen „Vacation“ zu einem der wenigen Lichtblicke von „The Recession“. Sie sorgen für richtig Atmosphäre, zu der Jeezy’s Stimme wie gemacht ist, besonders sein Refrain ist ein Gedicht.

Anthony Hamilton und Lil Boosie stellen endlich die ersten Gastparts des Albums. „Everything“ heißt der Song, auf dem sie mit dem Mann aus Atlanta performen. Sein wieder sehr elektrische Instrumental ist sehr emotional, sogar leicht traurig und geht dadurch echt unter die Haut, was von Anthony Hamilton’s Gesang noch weiter verstärkt wird. Jeezy rappt recht ordentlich, doch Lil Boosie stellt ihn total in den Schatten. Meiner Meinung nach ist dies der zweitbeste Track der Platte. Nach etwas R’n’B mit Trey Songz auf „Takin‘ It There“ und dem recht guten, wenn auch etwas eintönigen „Don’t Do It“, das durch bekannte Samples von Willie Hutch’s „The Overture Of Foxy Brown“ einem sofort vertraut vorkommt, gelangt man an Hitsingle „Put On“ zusammen mit Kanye West.

Ein düsteres Gänsehautklavierspiel garniert mit einem genial pumpenden Beat und diversen elektrischen Melodien geht schon verdammt gut ab, genau wie Young Jeezy. Auch der Part von Kanye geht in Ordnung, zählt jedoch nicht zu den Höhepunkten seiner Karriere. Passend zum Ende gibt es mit „My President“ das Highlight des Albums. Das Instrumental ist ein echter Traum, ist zwar etwas ruhiger, hat dennoch etwas von Kraft und Aufbruchstimmung. Jeezy’s Verse waren wohl nie besser als hier und auch Kollege Nas liefert wieder einmal Maßarbeit.

Alles in Allem ist „The Recession“ sehr durchwachsen. Gerade die erste Hälfte des Albums ist sehr eintönig, teilweise sogar langweilig. Auch wenn einige andere Meinung sind, hier hätte es definitiv mehrer Features benötigt, denn gerade die Songs mit Gastauftritten sind die besten. Außerdem mangelt es etwas an Megahits wie „I Luv It“ oder „Go Getta“, die wir noch vom Vorgänger im Ohr haben. Insgesamt ein ordentliches Album, mehr leider nicht. Young Jeezy-Fans werden hiermit auf jeden Fall bekommen, was sie erwarten und auch Gefallen daran finden, alle anderen, die noch nichts von ihm haben, sollten vielleicht erst mal zum Vorgänger greifen.

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1 Kommentar

  1. Fünf Sterne wirken für mich jetzt sehr hart, doch die erste Hälfte des Albums ist wirklich nicht sehr berauschend. Jedoch finde ich die Abwechslung seines Stils gut; er hat sich etwas mehr abgehoben von seinen vorherigen Platten. Wegen der zweiten Hälfte, welche ich genial finde, würde ich 6 1/2 Sterne vergeben,

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