The Preface von „Elzhi“

Küstler:
Elzhi
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Preface
Release:
29. August 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

elzhi-the-preface-cd-bewertungendeEigentlich kennt man elZhi eher als zweite Hälfte der Detroiter Rap-Crew Slum Village, nun präsentiert er uns also seinen Solo-Joint „The Preface“. Wer das großartige „Popular Demand“ von Black Milk mochte, der wird auch hier schnell Gefallen finden, denn der derzeit beste Producer aus Motown übernahm fast alle Beats, lediglich 2 Stück wurden von T3 und DJ Dez übernommen. Unterstützung im lyrischen Bereich gab’s von der Detroiter Elite um Phat Kat, T3, Black Milk, Royce da 5’9“, Fat Ray und so manch anderem.

„The Leak“ sorgt gleich für einen tollen Einstand. Straffe Beats, die zwar nach Straße klingen, aber auch eine soulige Note haben unterlegen die engagierten Rhymes von elZhi und den perfekt dazu passenden Gesang von Ayah. Auch „Guessing Game“ zeigt die etwas härtere Seite von Detroit, vergisst dabei das Melodische aber nicht und ist daher ein echter Smash, der sofort zum Kopfnicken verleitet. Einen meiner alltime Fav-MCs erlebt man mit Royce da 5’9“ auf dem ersten echten Banger „Motown 25“. Black Milk’s Produktion ist schlicht und einfach göttlich, man muss es sich einfach mal anhören. Und auch elZhi und Royce lassen sich nicht lumpen, im Gegenteil. Was sie hier am Mic abfackeln ist schon große Kunst und lässt die Begierde nach einem neuen Album von Royce ins Unermessliche steigen.

Nach dem etwas ruhigeren und besonnenen „Brag Swag“ geht es mit „Colors“ weiter. Durch sein Klavierspiel wirkt es melodisch, durch den drückenden Beat und die dramatischen Hintergrundgeräusche kommt ein echtes Street-Flair auf, das zusammen mit elZhi’s passgenauem Flow das Herz eines jeden Rap-Fan höher schlagen lässt. Dies wird gleich noch einmal gesteigert und zwar mit dem phänomenalen „Fire (RMX)“. Allein schon der flotte Beat verprüht positive Energie ohne Ende, darüber rappen mit elZhi, Black Milk, Guilty Simpson, Fatt Father, Danny Brown und Fat Ray gleich ein ganzer Trupp, der es verdammt gut drauf hat und jede Strophe einen in ihren Bann zieht. elZhi’s Slum Village Kollege T3 steuerte sowohl Produktion als auch Gastpart zu „Save Ya“ bei, eine der mit Abstand schönsten Nummern von „The Preface“. Frühlingshafte Melodien, geschaffen u.a. aus Streichern, Flöten und Glockenspiel laden sofort zum Träumen ein, besonders der Refrain ist ein einziger Genuss, doch auch die Strophen der Jungs von Slum Village lohnen sich wirklich.

„Yeah.“ setzt auf kraftvolle Bläser, die eine etwas traurige Atmosphäre schaffen und so für etwas Gänsehaut sorgen. Lyrisch legt Phat Kat gleich mal eine super Performance hin, doch auch elZhi weiß zu gefallen. Ab hier folgt mit „Transitional Joint“ und „Talking In My Sleep“ eine ruhigere, entspanntere und auch etwas ernstere Phase. Am Anfang wirkt dies vielleicht noch unspektakulär, wenn man sich jedoch erst ein mal reingehört hat, machen auch diese Songs wirklich Spaß. „The Science“ (ft. Fes Roc) und „Hands Up“ sind meiner Meinung nach etwas zu hart und unmelodisch geworden, sind daher nur teilweise eine echte Bereicherung. Deutlich besser ist da der Abschluss von „The Preface“. „What I Write“ ist zwar etwas dynamischer und energiegeladener, geht trotzdem sofort ins Gehör über. Noch besser macht das „Growing Up“. Dessen emotionale Hintergrundmelodie geht echt unter die Haut, regt zum Nachdenken an und wird durch die engagierten Vocals von elZhi und A.B. noch zusätzlich verstärkt. Ein tolles Ende für ein durchweg gelungenes Album.

elZhi hat mit „The Preface“ bewiesen, dass er es auch ohne T3 sehr gut kann, auch wenn uns Slum Village in voller Besetzung natürlich etwas lieber ist. Kein Song ist schlecht, wenn dann sind nur ein paar mittelmäßige dabei, die man sich jedoch auch gut anhören kann, ohne skippen zu müssen. Wer auf die schönen Beats von Black Milk steht sollte sich „The Preface“ unbedingt mal besorgen, aber auch die, die sich mit Detroit und dem restlichen Midwest noch nicht so gut auskennen, können ohne es zu bereuen zugreifen.

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