The Greatest Story Ever Told von „David Banner“

Küstler:
David Banner
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Greatest Story Ever Told
Release:
11. Juli 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

david-banner-the-greatest-storyever-told-cd-bewertugendeFast ein Jahr lang wurde „The Greatest Story Ever Told“ angekündigt und wieder abgesagt, bis es nun im Sommer 2008 endlich veröffentlicht wurde. Bei einem solchen Albumtitel, den David Banner durchaus ernst meint, stellt sich natürlich die Frage, ob DB die selbst gestreuten Erwartungen damit erfüllen kann. Den Großteil der Platte produzierte Banner selbst, aber auch bekannte Leute wie Cool & Dre, Nitti oder Warryn Campbell saßen an den Reglern und kreierten Beats für David Banner und seine Gäste in Form von Lil Wayne, Yung Joc, Chris Brown, Carl Thomas, UGK, Chamillionaire, Jim Jones und Snoop Dogg. Das Konzept blieb auch hier das selbe, wie auf seinen alten Alben, viele ruhigere Tracks gepaart mit South Style, man erlebt also keine Überraschungen.

Einen ziemlich futuristischen und freshen Beat bekommt man mit „So Long“, einer Art Introsong, geboten, dessen Klänge doch sehr begeistern und man so über Banners mäßige Vorstellung hinwegsieht. Etwas im Houston-Stil ist „Suicide Doors“ gehalten, das mit langsamen und tief hämmernden Bässen, sowie Gitarrenriffs, Streicher, Piano und Screw-Hook gestaltet ist. Klingt vielversprechend, wird mit der Zeit aber etwas langweilig, kann aber von den Gästen um UGK (R.I.P. Pimp C) und Kandi noch gerettet werden. Single „9mm“ ist bereits schon seit über einem Jahr draußen, sollte daher dem ein oder anderen ein Begriff sein. Hier trifft man auf bumpenden Down South Flavor mit viel Synthesizer, was sich sehr gut für Clubs eignet. Neben David Banner sind mit Akon, Lil Wayne und Snoop Dogg einige bekannte Namen mit dabei, die bis auf Snoop, der hier total untergeht, ihren Job sehr gut machen. Wayne ist auch gleich noch mal auf „Shawty Say“ vertreten, eine wieder sehr club- und partytaugliche Nummer, die jedoch fast ausschließlich auf hämmernde Bässe setzt, was doch sehr eintönig rüberkommt. Einziges Highlight hier ist Lil Wayne’s Refrain, der teilweise von seinem Megahit „Lollipop“ übernommen wurde.

Erster wirklicher Kracher von „The Greatest Story Ever Told“ ist „A Girl“. Dies liegt wohl daran, dass der Song nicht von Banner, sondern Cool & Dre produziert wurde, die mit diesem Track ordentlich frischen Wind in das bisher doch recht bescheidene Album bringen. Coole Kickbeats donnern in Kombination mit einer aggressiven Melodie auf einen zu und Banner rappt dazu im Whisper Style während der Strophen, kraftvoll im Refrain, was wie gesagt zum ersten Highlight des Albums wird. Wie man es von Banner mittlerweile schon kennt, ist die Albummitte den ruhigeren Songs mit ordentlich Blues-Einfluss gewidmet. Den Anfang macht hier das chillige „Hold On“ (feat. Marcus), das zu gefallen weiß, nach mehreren Malen jedoch seinen Reiz verliert. Von „Cadillac On 22’s (Part 2)“ hab ich mir einiges versprochen, da Teil 1 auf „Mississippi: The Album“ ja schon recht gut war. Leider bekommt man hier nichts Neues geboten, allerdings macht diese melodische Gitarren-/Country-Nummer doch recht Spaß und lenkt von den vielen durchwachsenen Songs der Platte ab.

Ähnliches gilt für „I Get By“ (feat. Carl Thomas), bevor es mit dem völlig missratenen „B.A.N. (The Love Story)“ und dem sehr nervigen „Fuck You Hoes“ (feat. Jim Jones) weiter geht. Solch eine Misere lässt man am Besten von einem Superstar ausbügeln und dies tut Chamillionaire auf der Nitti-Produktion „Ball With Me“. Hier bekommt man die volle Breitseite Elektro ab, sodass man sich schon fast fragt, ob das überhaupt noch etwas mit Hip Hop zu tun hat. Dennoch wissen diese freshen Klänge zu begeistern, da sowohl Banner und King Koopa, als auch der Kindergesang im Refrain sehr nice rüberkommen. Leider war’s das im Großen und Ganzen dann schon mit guten Songs. Lediglich „Fly“, das mit angenehmen Melodien, entspannten Basslines und einem tollen Duo in Form von David Banner und Jazze Pha den Hörer unterhält ist noch positiv hervorzuheben. Der Rest ist nicht wirklich gelungen, im Falle von „Wealth (Banner Beat Break)“ sogar total unnötig.

Wirklich Great ist diese Story beim besten Willen nicht, im Gegenteil. „The Greatest Story Ever Told“ ist mit Abstand das schlechteste Album von David Banner überhaupt. Die Produktionen wirken einfallslos, klingen viel zu sehr nach Einheitsbrei und haben den Charme von Füll-Tracks, was leider nur wenige Highlights zulässt. Auch die vielen Gäste wissen bis auf UGK, Kandi, Lil Wayne, Jazze Pha, Chamillionaire und Carl Thomas nicht wirklich zu begeistern und sind nur in wenigen Fällen eine echte Hilfe. Wer noch nichts von David Banner hat, sollte sich erst mal die beiden „Mississippi“ Alben holen, bevor er hier zugreift, wer nur nach einem Down South Album sucht sollte vielleicht lieber bei den Kollegen Bun B, Killer Mike oder Pastor Troy vorbeischauen.

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