The Great Ape von „Joe Young“

Küstler:
Joe Young
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Great Ape
Release:
1. Mai 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

joe-young-the-great-ape-cd-bewertungende-200x200Welch beachtliche Karriere, die Tyrone Derryl Clay, uns besser bekannt unter seinem Künstlernamen Joe Young, bisher gemacht hat. Als Dreijähriger kam der New Yorker mit der Army nach Good Ol‘ Germany, wo er auch aufwuchs und seine ersten Versuche als Rapper machte. Dank seines Engagements in diversen Discotheken entstand schon bald Kontakt zu den großen Künstlern aus Übersee, was seiner Karriere zu einem kräftigen Schub verhalf, denn Gäste wie Masta Ace oder Ghostface Killah auf dem 2006er Debüt „Cash & Grams“ sind für einen aus Europa stammenden MC schon fast so etwas wie ein Ritterschlag. Nun steht das neue Werk „The Great Ape“ in den Läden, bei man einen deutlich veränderten Joe Young zu hören bekommt, denn Sound technisch geht es hier doch stark in Richtung Down South, was sich auch in der Gästeliste deutlich widerspiegelt.

Das Intro, das eigentlich ein kompletter Song ist, erinnert als einer der wenigen Tracks an Joe’s Geburtsstadt New York City. Wunderbar melodisch, gefühlvoll und dank instrumentaler Begleitung von Piano, Bläsern und Schlagzeug entsteht ein Klangbild, das in Kombination mit der ernsten Vorstellung des 26-jährigen einem das Herz aufgehen lässt. Eine ganze Schippe Selbstbewusstsein wird noch bei „Run Em Out“ drauf gepackt. Als Feature ist Guerilla Maab Mitglied Trae am Start und genau nach dessen Style klingt der Track auch. Tiefer Bass, imposante Hintergrundgestaltung – eben wie gemacht für sein raues Organ, wobei man auch Joe Young zugestehen muss, dass er eine mehr als ordentliche Performance bietet und wie auf dem Rest des Albums seine vorhandenen Skills präsentiert.

Trae ist auch bei „Colorful Clothes“ als Gast aufgelistet, neben weiteren Namen wie Lil Wayne, Birdman, Kardinal Offishall, Hunt und Wes Fif. Insgesamt ein netter Synthie-Track, bei dem allerdings das interessanteste ist, dass der Birdman und Wes Fif gar nicht zu hören sind, obwohl sie offiziell auf dem Backcover stehen. „Show Off“ geht mehr in Richtung R’n’B, dafür hauptsächlich verantwortlich Sänger J. Lyriq und ein doch sehr softes Instrumental. Auch hier kann Joe mit seinem lässigen Flow punkten, wirklich weltbewegend ist das Ganze jedoch nicht. Im ähnliche Stil ist „Be Straight“ (feat. Eliseo), bevor man mit „It’s Aight“ einen echten Banger erreicht. Neben Hunt ist auch West Coast Veteran Jayo Felony und Clipse Rapper Pusha T mit dabei und zusammen mit Joe Young macht das Quartett aus einem recht schlichten und harten Beat eines der Highlights der Platte.

Eines der größten Probleme dieses Albums sind die doch sehr zahlreichen Gäste. So steht z.B. auch „Looser“ (feat. Lil Wayne, Spark Dawg & Joell Ortiz) viel mehr im Zeichen von Weezy, als von Joe Young. Trotzdem gehört auch dieser sehr emotionale Titel, der durch ruhige Akustikgitarrenklänge und Schlagzeug seine Gänsehautmomente bekommt, definitiv zu den besten von „The Great Ape“. Nicht einmal Kanye West ließ es sich nehmen Joe bei dieser Platte zu unterstützen. Allerdings lässt sich ihr gemeinsames „Be Alright“ eher nur dem Durchschnitt zuordnen, genau wie der dazugehörende Remix, der sich lediglich durch das Lil Wayne Feature unterscheidet. Zu guter Letzt darf man sich noch auf Altmeister Raekwon freuen, der zusammen mit Joey Majors den Track „Watching Our Dollars“ verfeinert. Zwar kommen auch hier wieder viele South typische Synthesizer Effekte zum Einsatz, durch ein Piano und eine insgesamt eher dunkle Note ist jedoch zum Glück auch ein gewisser Flavor von New York mit dabei.

Offiziell ist Joe Young zwar Amerikaner, gefühlt dann doch eher Deutscher und so muss man wirklich den Hut ziehen, denn was er geschafft hat ist durchaus beachtlich, gerade wenn man ihn mit Gurken wie Raptile oder DJ Tomekk vergleicht, die ja auch gern ihre Fühler in die USA ausstrecken. Insgesamt hinterlässt „The Great Ape“ einen ordentlichen Eindruck, doch sind wir ehrlich: in dieser oder ähnlicher Form haben wir das alles schon einmal gehört, wirkliche Hits oder etwas, dass Joe Young von der Masse abheben würde sucht man vergeblich. Für diejenigen, die nach einer lockeren Platte für zwischendurch suchen, oder die, die auf amerikanischen Mainstream Rap stehen, ist „The Great Ape“ durchaus zu empfehlen, ansonsten verpasst man nicht viel, wenn man dieses Album auslässt und auf den Nachfolger „Forever Young“ wartet.

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