The Exxecution von „Marco Polo & Ruste Juxx“

Küstler:
Marco Polo & Ruste Juxx
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Exxecution
Release:
19. März 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Vor circa 2 Jahren brachte Ruste Juxx sein erstes Album für Duck Down namens „Indestructable“ auf den Markt, was jedoch kaum wahrgenommen wurde. Deutlich besser erging es Marco Polo im Frühjahr 2009, denn seine Kollabo „Double Barrel“ zusammen mit Torae stieß auf viel Anklang in der Szene. Nun machen die beiden gemeinsame Sache, herausgekommen ist dabei „The Exxecution“, das versuchen soll an die letzten Duck Down Erfolge anzuknüpfen. Mit Marco Polo am Beat sollte das ja eigentlich schon sicher funktionieren, einige werden aber vielleicht doch etwas skeptisch sein, da da Album mit einer Laufzeit von einer 3/4 Stunde alles andere als lang ist. Doch wie sagt man doch so schön: in der Kürze liegt die Würze. Und diese wird mit Gästen wie Heltah Skeltah, Freddie Foxxx oder Black Moon noch zusätzlich verfeinert.

Schon das Intro, das den Albumtitel „The Exxecution“ trägt, legt mächtig vor. Unterstützt von einem kraftvollen Beat, der mit Klavier und Saxophon Einsätzen gespickt ist und gegen Ende noch freshe Scratches von DJ Revelution erhält, zeigt Ruste Juxx, dass es ihm an Selbstbewusstsein nicht mangelt und er seine leicht raue Stimme gut einzusetzen weiß. Richtig nach vorne geht es danach mit „Death Penalty“. Hohes Tempo, mitreißender Rhythmus und ein schlicht und einfach grandioser Sound, der einen gar nicht mehr los lässt. Auch hier macht Ruste einen guten Job, ist sehr dominant am Mic und sorgt dafür, dass man fast schon gezwungen wird ihm zu folgen. Auch hier ist wieder DJ Revolution mit am Start und verleiht dem Song den letzten Schliff. Nach diesen Kracher, geht es musikalisch nun erst mal etwas gediegener zur Sache. „Rearview“ kommt mit einem entspannten Piano Instrumental daher und trotz Ruste’s aggressiven Flows eignet sich der Track etwas zum Relaxen. Rock, 50% von Heltah Skeltah, und Veteran Freddie Foxxx sind als Gäste bei „Take Money“ vertreten. Dunkel und energiegeladen pumpt dieser Track, dessen Inhalt zwar nicht wirklich interessant ist, durch die drei Hochkaräter am Mikro dennoch richtig viel Spaß macht. Eines der größten Highlights von „The Exxecution“ dürfte „Let’s Take A Sec“, bei dem Marco Polo ganze Arbeit geleistet hat. Zwar mit Drive, dennoch mit viel gefühlvollen Elementen gestaltet, ist allein schon die melodische Produktion ein Genuss. Gemeinsam mit den Jungs von Black Moon erinnert sich Ruste Juxx an die alte Zeit, was zwar nicht sonderlich kreativ ist, aber im Gesamten mehr als überzeugend klingt.

Man kann schon bei der Hälfte der Platte sagen, dass sie richtig stark ist, leider aber nicht perfekt. Das liegt an Liedern wie „I’m On It“, „I’m On It“ oder „Wings On Your Back“, die zwar nicht misslungen sind, sondern noch als akzeptabel durchgehen können, aber denen einfach die Durchschlagskraft etwas fehlt, was hauptsächlich an den Produktionen liegt, denn Ruste Juxx macht hier nicht viel anders als auf den Bangern. Banger ist auch gleich ein gutes Stichwort, denn einen solchen finden wir mit „Nobody“, der die etwas schwächeren Songs gleich wieder vergessen macht. Wirklich aufwendig wirkt er zunächst nicht, da sich Beat und Melodie recht schnell wiederholen und an sich auch nicht außergewöhnlich erscheinen. Hier ist das Rezept der eindringliche Rhythmus und ganz besonders Ruste Juxx, der uns klar macht, dass keiner an ihn ran kommt, besonders der Refrain geht hier verdammt gut ab und verleitet zum Mitmachen. Ruste’s Förderer Sean Price ist selbstverständlich auch mit an Bord und macht „F*ckin Wit A Gangsta“ zu einer echten Perle. Hier gilt eigentlich das Gleiche wie bei „Nobody“, kein spektakulärer Beat, dennoch packt er einen – geniales Konzept! Dazu erweisen sich die beiden als wunderbar harmonierendes Duo und liefern eine tolle Show. Ungewohnt ruhig klingt der letzte Track namens „You Can’t Stop Me“. Gut eingesetzte Scratches und vergleichsweise smoothe Klänge sind verantwortlich dafür, dass man als Hörer gleich spürt, dass das Lied als Abschied von „The Exxecution“ dienen soll. Ruste Juxx wäre nicht Ruste Juxx, wenn er nicht auch hier voll und ganz von sich überzeugt wäre und uns noch einmal klar macht, dass er der Chef im Ring ist.

„Double Barrel“ war gut, „The Exxecution“ legt noch mal einen drauf. Trotz der nicht all zu langen Spielzeit bietet die Platte einiges an Abwechslung, dazu so manchen Hit, an den man sich noch länger erinnern wird. Lyrisch sicher nicht all zu interessant, da haben wir bei Duck Down schon Besseres gehört, unterhaltsam ist es dennoch, was besonders Ruste Juxx‘ Präsenz am Mic zu verdanken ist. Für Fans von Duck Down Records und der New Yorker Schule bleibt daher nur ein kurzes Fazit: kaufen!

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